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NewsLetter 68: Biographisches & Erlebnisberichte

 
Barth, Reinhard: Frauen, die Geschichte machten : von Hatschepsut bis Indira Gandhi. - Darmstadt : Primus Verlag, 2004.
Signatur: 1729544-B.Neu
26 Frauen, allesamt faszinierende Persönlichkeiten, stellt Reinhard Barth in spannenden biographischen Porträts vor. Dabei geht es ihm vor allem um die Würdigung politisch gestaltender Frauen vom Altertum bis in das 20. Jahrhundert, die in ganz unterschiedlicher Art und Weise Geschichte und Ereignisse ihrer Zeit geprägt haben.

Christa Wolf : eine Biographie in Bildern und Texten / hrsg. von Peter Böthig. - München : Luchterhand, 2004.
Signatur: 1726583-C.Neu
Das Leben von Christa Wolf in Bildern und Texten erscheint wie ein Streifzug durch eine schöpferische Landschaft. In ihrem Leben spiegeln sich die Auseinandersetzungen und die historischen Kalamitäten der geteilten Welt nach der Jahrhundertkatastrophe des deutschen Faschismus. Dennoch bleibt es natürlich der individuelle Entwurf einer Autorin, die die Ordnungslinien ihres Lebens: Schreiben, Politik und Familie, aufeinander zu beziehen und einander anzunähern wusste - oft bis zur Schmerzgrenze; gelegentlich auch darüber hinaus. Dem geschichtlichen Augenblick ihres Lebens begegnet sie mit dem Anspruch auf intellektuelle und moralische Selbstbehauptung.

Doubek, Katja: Katharina Kepler : die Hexenjagd auf die Mutter des großen Astronomen. - München [u.a.] : Piper, 2004.
Signatur: 1725904-B.Neu
Leonberg, Dezember 1617: Im schwer bewachten Stadtturm wartet die heilkundige Katharina Kepler auf ihren Prozeß wegen "Hexerei". Die ganze Stadt hat sich gegen die einstmals bewunderte Heilerin verschworen, und jetzt kann sie nur noch der Kaiser vor dem Scheiterhaufen bewahren. Ihr Sohn Johannes Kepler ist Kaiserlicher Hofastronom - vielleicht gelingt ihm die Rettung ... Die unglaubliche Geschichte von Keplers Mutter, die nur knapp dem Tod durch mittelalterlichen Hexenwahn entging, hat Katja Doubek minutiös aus den Quellen recherchiert. Es entsteht ein dramatisches Frauenporträt an der Schnittstelle zwischen Mittelalter und Neuzeit.

Kopp, Barbara: Die Unbeirrbare : wie Gertrud Heinzelmann den Papst und die Schweiz das Fürchten lehrte. - Zürich : Limmat Verlag, 2003.
Signatur: 1724903-B.Neu
Kühn fordert Gertrud Heinzelmann vom Papst 1962 die Weihe von Priesterinnen. Ihre Forderung ist weltweit ein Tabubruch. Die Schweiz reagiert mit Wut, denn die Kirchenkritikerin ist auch eine unbequeme Kämpferin für das Frauenstimmrecht. Aufgewachsen ist Gertrud Heinzelmann (1914-1999) in einer liberalen und weltoffenen Kaufmannsfamilie. Sie klettert aufs Matterhorn und weigert sich im Zweiten Weltkrieg, das eigene Land zu verteidigen. Vom Heiraten hält sie nichts und verdient ihr Geld als Juristin und erste Ombudsfrau der Schweiz. Barbara Kopp legt die Biographie einer Querdenkerin vor.

Kreidler-Kos, Martina: Klara von Assisi : Schattenfrau und Lichtgestalt. - Tübingen [u.a.] : Francke, 2003. - (Tübinger Studien zur Theologie und Philosophie ; 17)
Signatur: 1712124-B.Neu
Klara von Assisi findet in der Forschung oft nur insofern Beachtung, als sie als Ornament für die Geschichte des heiligen Franziskus dienen kann. Die Studie von Martina Kreidler-Kos ändert die Blickrichtung und macht Klara von Assisi zur Mitte ihrer eigenen Biographie. So kommt eine Frau zum Vorschein, die die weibliche Beteiligung an der religiösen Armutsbewegung des Mittelalters maßgeblich geprägt hat.

Lacková, Ilona: A false dawn : my life as a gypsy woman in Slovakia. - Hertfordshire : University of Hertfordshire Press, 1999.
Signatur: 1718435-B.Neu
Das Leben der Roma-Frau Ilona Lacková, die als eines von neun Kindern in einer Roma-Siedlung in der Slowakei geboren wurde, umfasst einen Grossteil des vergangenen Jahrhunderts. In ausbeuterischen Verhältnissen aufgewachsen, musste sie die Erniedrigungen durch den Faschismus miterleben und konnte erst mit der Ankunft der Russen neue Hoffnungen auf eine sozialistische, gleichberechtigte Gesellschaft fassen. Sie schrieb ein Theaterstück und tourte mit einer Kompanie durch das Land. Außerdem wurde sie von der kommunistischen Partei mit einem Hilfsprogramm für Roma beauftragt. Aber der sozialistische Staat stellte sich als falscher Hoffnugnsträger heraus: die Roma wurden ihrer eigenen Sprache entfremdet und begannen, ihre Selbstachtung zu verlieren; vielfach mussten sie sogar wieder hungern. Die Lebensgeschichte, die in der Sprache der Roma aufgenommen wurde, ist das Ergebnis einer zehnjährigen Zusammenarbeit zwischen Ilona Lacková und Milena Hübschmannová.

Meade, Marion: Eleanor of Aquitaine : a biography. - London : Phoenix Press, 2003.
Signatur: 1727242-B.Neu
Als 15jährige heiratet Eleonore von Aquitanien den Kronprinzen von Frankreich, Ludwig VII. 1152 läßt sich Ludwig - wahrscheinlich mangels eines Thronfolgers - von ihr scheiden. Im selben Jahr heiratet Eleonore Heinrich Plantagenet, Graf von Anjou und Herzog der Normandie, der 1154 König von England wird. Mit ihm hat sie sechs Kinder, darunter Richard Löwenherz und Johann Ohneland. Während der berühmten Gefangenschaft ihres Sohnes Richard Löwenherz übernahm Eleonore die Regierungsgeschäfte in England und vereitelte den Plan ihres jüngsten Sohnes Johann Ohneland, sich 1193 mit Frankreich gegen Richard zu verbünden. Eleonore behielt ihren großen Einfluss auf die Politik, bis sie sich in das Kloster Fontevrault in Frankreich zurückzog, in dem sie am 1.April 1204 starb und begraben ist. Ihre Scheidung von Ludwig VII. kann mit Fug und Recht als eine der folgenreichsten der Geschichte bezeichnet werden, da zwischen Frankreich und England in den Jahren 1337 bis 1453 der sogenannte "Hundertjährige Krieg" um die englischen Besitzungen in Frankreich, hierbei vor allem das Herzogtum Aquitanien, geführt wurde.

Schütte-Lihotzky, Margarete: Warum ich Architektin wurde. - Salzburg : Residenz Verlag, 2004.
Signatur: 1725190-B.Neu
Schütte-Lihotzky wagte es, als erste Österreicherin ein Architekturstudium zu absolvieren. In ihren Erinnerungen, die sich auf das ganze 20. Jahrhundert erstrecken (sie starb knapp vor ihrem 103. Geburtstag!) zeichnet sie sehr persönliche Portraits, u.a. von Oskar Strnad, Ernst May, Otto Neurath und dem Architekten und (politischen) Menschen Adolf Loos, mit dem sie nicht nur in der Wiener Siedlerbewegung zusammengearbeitet hat. Ihre Person wird gern mit ihrem bekanntesten Werk, der "Frankfurter Küche" identifiziert, eine Gleichsetzung, die sie zunehmend als Belastung empfand. 1930 ging sie unter der Bedingung, keine Küchen mehr bauen zu müssen, nach Russland. In diesem Buch ist es Margarete Schütte-Lihotzky auch ein Anliegen gewesen, deutlich zu machen, dass und inwiefern Architektur in ihre Zeit eingebettet ist und dass die romantische Sehnsucht nach früheren Wohnformen eine verfehlte Nostalgie darstellt.

Vinke, Hermann: Cato Bontjes van Beek : "Ich habe nicht um mein Leben gebettelt" ; ein Porträt. - Zürich [u.a.] : Arche Verlag, 2003.
Signatur: 1708503-B.Neu
Sophie Scholl kennt jeder. Aber Cato Bontjes van Beek? Ihr Name ist bislang nicht in das Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit gedrungen. Und doch gehört auch sie zur Geschichte des deutschen Widerstands gegen den Nationalsozialismus. Wie Sophie Scholl wurde sie, die der Gruppe Schulze-Boysen, der "Roten Kapelle", angehörte, wegen ihrer Flugblattaktion angeklagt und 1943 mit 22 Jahren in Berlin zum Tode verurteilt. Wie Sophie Scholl ging sie ruhig und aufrecht aufs Schafott.

Von Zerstörung und Wiederaufbau : das Tagebuch der Innsbruckerin Anna Mutschlechner 1944-1951 / Roland Sila (Hrsg.). - Innsbruck [u.a.] : StudienVerlag, 2003. - (Veröffentlichungen des Innsbrucker Stadtarchivs : neue Folge ; 30)
Signatur: 796232-B.Neu.N.F.30
Anna Mutschlechner, geb. 1871 in Partenkirchen, wächst in einer gutsituierten Münchner Familie auf. Seit ihrer Vermählung 1906 lebt sie in Tirol, zunächst in Kufstein, dann bis zu ihrem Tod 1951 in Innsbruck. Sie bietet in ihrem Tagebuch einen eindrucksvollen Einblick in den Alltag einer Innsbrucker Familie, der geprägt ist von Hunger und Not, den bleibenden Eindrücken der Bombenangriffe und der beginnenden Normalisierung in der Nachkriegszeit. Ihre Schilderungen stellen einen Beitrag zur Alltagsgeschichte Tirols zwischen 1944 und 1951 dar.

© Nationalbibliothek, 2001
last update: 15.07.2004


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