Reisen Sie mit uns in die Vergangenheit. Unsere Dauerausstellung führt Sie in 13 Themenbereichen durch den Alltag der Menschen am Nil.
Rund 3.000 Jahre Schriftgeschichte warten auf Ihre Entdeckung!
Wussten Sie, dass sich unser Wort Papier von der Bezeichnung Papyrus ableitet? In Ägypten selbst schrieb man fast 4.000 Jahre lang auf Papyrus. Erst ab dem späten 8. Jahrhundert n. Chr. wurde Papyrus allmählich vom Papier verdrängt. Zum Schreiben dienten in pharaonischer Zeit Binsen. Ab der griechischen Zeit verwendete man als Schreibgerät Schilfrohre, die man an einem Ende spaltete und zuspitzte – ähnlich modernen Schreibfedern.
Sie suchen mehr Drama? Dann verpassen Sie nicht eines der ältesten erhaltenen Notenbeispiele weltweit, das Chorlied aus der Tragödie „Orestes“ von Euripides. In diesem Teil der Ausstellung finden Sie aber auch klassische Epen und leichte Unterhaltungsliteratur.
Was auf einem ägyptischen Kulturschutthügel begann, endete in einer der größten und bedeutendsten Sammlungen antiker Dokumente. Die heutige Papyrussammlung hat ihre Wurzeln in der Privatsammlung des Habsburgers Erzherzog Rainer (1827–1913), der ab 1883 Papyri und andere Schriftdokumente erwarb. Im Jahr 1899 wurde die Sammlung in die k.k. Hofbibliothek übernommen und ist heute fester Bestandteil der Österreichischen Nationalbibliothek.
Der Nil ist mehr als nur ein Fluss, er ist die pulsierende Ader des Landes. Daher stellte sich jedes Jahr die gleiche Frage: Wie hoch steigt der Nil heuer? Die Höhe des Nils und sein fruchtbarer Schlamm waren nämlich entscheidend, sie bestimmten über Wohlstand oder Hungertod! Neben der Landwirtschaft bezeugen die ausgestellten Dokumente ein vielfältiges Handwerk und den regen Handel mit Waren aller Art, auch Luxusgütern. Sogar Narde (eine Heilpflanze) aus Indien
fand ihren Weg nach Ägypten.
„Von der Wiege bis zur Bahre, Formulare, Formulare!“ Dieses bekannte Zitat galt bereits in früheren Zeiten. Geburtsanzeigen, Eheverträge, Anzeigen, Beschwerden, Steuerquittungen und Testamente vermitteln ein lebendiges und facettenreiches Bild der antiken Lebensumstände.
„Verzeih, dass ich keinen Papyrus gefunden hab“ … Nicht jeder Brief war handlich und leicht, manche waren auf kaputtem Geschirr geschrieben. Empfehlungsschreiben, Geschäftsbriefe, Korrespondenz zwischen Verwandten und Eheleuten und sogar ein Kondolenzbrief: Im Papyrusmuseum können Sie ohne schlechtes Gewissen fremde Post lesen.
Die Tabula Peutingeriana ist die weltweit einzige erhaltene mittelalterliche Kopie einer antiken Straßenkarte. Sie zeigt das Straßennetz im spätrömischen Reich von den Britischen Inseln über den Mittelmeerraum und den Nahen Osten bis nach Indien. Sie ist nach einem ihrer Vorbesitzer, dem Humanisten Konrad Peutinger, benannt und kann im Papyrusmuseum in ihrer Gesamtheit als Faksimileausgabe betrachtet werden. Die Tabula Peutingeriana zählt zum UNESCO-Weltdokumentenerbe.
Wie war der Herrscherwille nochmal? Ptolemäische Könige, römische Kaiser, ihre Statthalter, arabische Wesire, aber auch lokale Amtsträger, sie alle verlautbarten Anordnungen schriftlich. Noch heute können Sie beispielsweise nachlesen, was Kaiser Gordian III. (238–244 n. Chr.) zu Vorwürfen der Steuerhinterziehung zu sagen hatte.
Der blosse Gedanke an bevorstehende Amtswege oder die Erwähnung der fälligen Steuererklärung lässt Sie schon erschaudern? Aber haben Sie schon einmal eine Steuerquittung auf einer Tonscherbe erhalten? Wie hoch war wohl die Biersteuer im Jahr 198 n. Chr.? Wieviel Proviant bekam ein Steuereintreiber für seine Dienstreise? Schriftstücke aus Verwaltung, Rechtsprechung und Militär beantworten diese Fragen und zeigen den langen Atem antiker Bürokratie.
„O Isis und Osiris!“ Unterschiedliche Religionen waren im Laufe der Jahrtausende in Ägypten beheimatet. Neben altägyptischen Isis-Statuetten finden Sie im Papyrusmuseum vor allem wertvolle Zeugnisse der drei großen Buchreligionen Judentum, Christentum und Islam.
Sie suchen ein erprobtes Mittel gegen Skorpione? Sie möchten wissen woraus eine ägyptische Zahnpasta bestand? Oder Sie wollen gar einen Blick in ihre Zukunft wagen? In diesem Teil der Ausstellung finden sie zahlreiche medizinische Rezepte und magische Texte. Nachahmung nicht
empfohlen!
Bereit für die Unsterblichkeit? Tauchen Sie mit den Totenbüchern, Mumienportraits und Grabstelen in eine unbekannte Welt jenseits der Lebenden ein. Informieren Sie sich über die letzte Prüfung im Totengericht und die Kosten für Mumie, Grab und Ausstattung.