Sie wünschen, wir stellen aus!

Auch im Jahr 2025 stellt die Österreichische Nationalbibliothek fünf „besondere Objekte“ aus ihren reichhaltigen Beständen im Prunksaal aus.

Welche Objekte das sind, können Sie selbst im Online-Voting bestimmen. Zu fünf Themenkreisen stehen jeweils drei Objekte zur Auswahl.

Das ausgestellte besondere Objekt wird von einem kostenfreien Expertenvortrag, einem Blogbeitrag und einem Video begleitet.

Das nächste Online-Voting zum Thema „Täuschend echt? Von Fälschungen, Verschwörungstheorien und anderen Unwahrheiten“ startet am 31. März 2026.

13. Jänner – 12. April 2026

Praxis Artolloriae Pyrotechnicæ


Der Gewinner des Votings zum Thema "Explosive Zeiten" ist Objekt 3: "Praxis Artolloriae Pyrotechnicæ" (Buch, 1660). Das Siegerobjekt ist von 13. Jänner bis 12. April 2026 im Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek ausgestellt und bei einem Expertenvortrag am 27. Jänner 2026 vorgestellt. 

Skizze von einem zirkulären Gerät.
Während des Dreißigjährigen Kriegs wurden bei der Belagerung von Städten neue Techniken in der Artillerie erprobt, etwa Geschosse mit Sprengköpfen oder ein mit Pech getränkter, angezündeter Strohkranz. Diese Experimente hatten verheerende Folgen und wurden zu einer massiven Bedrohung für die bis dahin üblichen Stadtbefestigungen mit ihren hohen, schmalen Mauern und Türmen. Als Reaktion darauf mussten Stadtmauern erneuert, Zeughäuser verstärkt und die Festungsbaukunst grundlegend neu gedacht werden. Das wachsende Interesse an Fachliteratur zu Artillerie und Pyrotechnik im 17. Jahrhundert spiegelt sich auch in diesem Werk aus der Privatbibliothek von Franz I./II. wider, in dem solche Techniken ausführlich behandelt werden. Die Autoren dieser Traktate waren meist Büchsen- oder Zeugmeister.

14. April – 31. Mai 2026

Jüdisches Erbe in Wien: Der Friedhof in der Rossau


Der Gewinner des Votings zum Thema „Jüdisches Österreich“ ist Objekt 1: Jüdisches Erbe in Wien: Der Friedhof in der Rossau“ (Aquarell, 19. Jh.). Das Siegerobjekt ist von 14. April bis 31. Mai 2026 im Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek ausgestellt.

Gemälde, das einen zerstörten Friedhof zeigt.
Der jüdische Friedhof in der Seegasse in der Rossau ist die älteste noch erhaltene israelitische Begräbnisstätte Wiens. Er wurde 1517 angelegt und erstmals 1582 urkundlich erwähnt. Im Zuge der Vertreibung der Wiener Juden 1670 war er vom Abriss bedroht, doch die Söhne des Bankiers Jakob Koppel Fränkel bewahrten ihn mit einer Zahlung von 4.000 Gulden „auf ewige Zeiten“ vor der Zerstörung. 1698 errichtete der Hofbankier Samuel Oppenheimer neben dem Friedhof das erste jüdische Spital und Versorgungshaus in Wien. Dieses Aquarell aus dem 19. Jahrhundert, dessen Maler*in unbekannt ist, zeigt den Friedhof und das Versorgungshaus und dokumentiert eindrucksvoll die jüdische Geschichte Österreichs.
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