Digitalisierte Tondokumente 

AV-Bestände des Literaturarchivs

Das Literaturarchiv sammelt in der Hauptsache Vor- und Nachlässe mit Manuskripten, Korrespondenzen und sonstigen schriftlichen Dokumenten. Öfter finden sich in den Beständen auch Ton- und Bildtondokumente. Sie enthalten Aufnahmen von Lesungen, öffentlichen Auftritten, Interviews, aber auch von sehr privaten Gesprächen oder sogar Telefonaten. In manchen Fällen haben Autor*innen das Medium auch genützt, um Gespräche mit Zeitzeug*innen aufzunehmen, die die Grundlage für spätere Romane darstellen. Die Audio-Collection des Literaturarchivs bietet Ihnen die Möglichkeit, den Autor*innen auf eine andere, vielleicht auch unmittelbarere Art zu begegnen. 

 

Recherchemöglichkeiten 

Weiter unten finden Sie eine kommentierte Auswahl herausragender Tondokumente, die im Literaturarchiv verwahrt werden. Über Klick auf die angegebenen Links kommen Sie direkt zur jeweiligen Trefferliste im Katalog.

Wenn Sie weitere Tondokumente finden möchten, können Sie im Katalog den Suchbegriff „Tondokument“ eingeben und anschließend rechts bei „Ergebnisse verbessern“ unter „Standort“ auf „ÖNB Literaturarchiv“ klicken.  

 

Tondokumente im Literaturarchiv benützen 

Sie haben Tondokumente gefunden und möchten Sie sich anhören? Das ist vor Ort im Lesesaal des Literaturarchivs an einer Abspielstation möglich. 

Bestellen Sie direkt über den Katalog oder schreiben Sie uns an lit[at]onb.ac.at.  

 

Unsere AV-Bestände im Detail 

Am Literaturarchiv befindet sich eine Vielzahl an Tondokumenten aus den Vorlässen und Nachlässen verschiedenster Autor*innen. Eine Auswahl herausragender Tondokumente finden Sie hier. Mit Klick auf den Link kommen Sie jeweils zu den einzelnen Katalogeinträgen. 

 

Maria Crone 

Die Schriftstellerin und Schauspielerin Maria Crone (1900-1990) lebte nach ihrer Emigration 1938 in Dänemark, wo sie eine wichtige Rolle als Vermittlerin österreichischer Kultur spielte. In der Aufnahme spricht sie unter anderem über ihre 1953 ins Leben gerufene „Kinderbrücke“, die körperlich behinderten Kindern aus Österreich einen Dänemark-Aufenthalt und umgekehrt Kindern aus Dänemark einen Österreich-Aufenthalt ermöglichte. 

ONB-Suche - Maria Crone Tondokument 

 

Elfriede Czurda 

Die Schriftstellerin Elfriede Czurda (geb. 1946) lebte fast drei Jahrzehnte in Berlin, wo auch der Roman „Die Giftmörderinnen“ (1991) entstand, der auf einer wahren Begebenheit im Berlin der 1920er Jahre beruht. Czurda hatte einige Gastprofessuren in Japan und den USA inne und organisierte verschiedene Veranstaltungen im Literarischen Quartier der Alte Schmiede in Wien. Die Sammlung enthält ein „Werkstattgespräch“, Gespräche zu einzelnen ihrer Werke sowie Aufnahmen von einigen Hörspielen. 

ONB-Suche - Elfriede Czurda Tondokument 

 

Erich Fried 

Der Schriftsteller und Übersetzer Erich Fried (1921-1988) kehrte nach seiner Flucht 1938 nicht aus dem Londoner Exil zurück. Er wurde mit seiner politischen Lyrik, öffentlichen Auftritten und Kommentaren zu einer wichtigen Stimme im öffentlichen Diskurs, die sich unermüdlich für Frieden und „Feindesliebe“ einsetzte. Zudem hat er mehr als 20 Stücke von William Shakespeare neu übersetzt. In der Sammlung an Aufnahmen finden sich Interviews, Auszüge aus Shakespeare-Übersetzungen, Ausschnitte einer BBC-Dokumentation sowie Lesungen. 

ONB-Suche - Erich Fried Tondokument 

 

Josef Haslinger 

Der Schriftsteller Josef Haslinger (geb. 1955) verfasste nicht nur einen wichtigen Essay zur österreichischen Sozialpartnerschaft („Politik der Gefühle“ 1987) und den vielbeachteten Roman „Opernball“ (1995), er war auch Mitbegründer der Menschenrechtsplattform „SOS Mitmensch“. 1993 organisierte die Plattform eine Demonstration gegen das Volksbegehren „Österreich zuerst“, an der mehr als 250.000 Menschen teilnahmen und die als „Lichtermeer“ in die österreichische Geschichte einging. Die Sammlung enthält Aufnahmen zahlreicher Interviews zum „Lichtermeer“ sowie unter anderem Gespräche und Vorträge, die anlässlich eines von Haslinger organisierten „Autorenmonats“ im Literarischen Quartier der Alte Schmiede in Wien stattfanden. Außerdem finden sich in der Sammlung Gespräche mit Menschen aus dem Waldviertel, die Haslinger für ein Buchprojekt führte. 

ONB-Suche - Josef Haslinger Tondokument 

 

Peter Henisch 

Mit dem 1975 erstmals erschienenen Roman „Die kleine Figur meines Vaters“ legte der Schriftsteller Peter Henisch (geb. 1943) jene Widersprüche im kollektiven wie individuellen Gedächtnis der Österreicher*innen frei, die in die Zeit des Nationalsozialismus zurückreichen und bis in die Gegenwart wirksam sind. Der Roman basiert auf Gesprächen mit dem Vater, dem Fotografen Walter Henisch, die der Autor auf Tonbandkassetten aufgezeichnet hat. 

ONB-Suche - Peter Henisch Tondokument 

 

Ernst Jandl 

Der Sprachkünstler Ernst Jandl (1925-2000) verkörperte wie kein anderer den Dichter als Popstar. Seine Performances allein oder in Begleitung von Jazz-Musiker*innen sind legendär. In seiner Sammlung an Tonaufnahmen finden sich neben Interviews und öffentlichen Auftritten private Aufnahmen mit befreundeten Schriftsteller*innen, Stimmübungen, Lautgedichte, Proben für Vorträge und Mitschnitte von Telefonaten. 

ONB-Suche - Ernst Jandl Tondokument 

 

Elisabeth Reichart 

Die Schriftstellerin Elisabeth Reichart (geb. 1953) studierte Geschichte und Germanistik an der Universität Salzburg und dissertierte über den kommunistisch organisierten Widerstand im Salzkammergut. Grundlage für die Arbeit waren unter anderem ausführliche Gespräche, die Reichart mit noch lebenden Akteur*innen führte und aufnahm. 

ONB-Suche - Elisabeth Reichart Tondokument 

 

Margit Schreiner 

Die Linzer Autorin Margit Schreiner (geb. 1953) ist bekannt für ihre radikal subjektive Erzählperspektive, die individuelle Lebenserfahrungen auf eine allgemein gültige Ebene hebt. Die Interview-Aufnahmen geben Einblick in ihre Schreibstrategien und erzählen von Initiationserlebnissen, die sie als Schriftstellerin geprägt haben. 

ONB-Suche - Margit Schreiner Tondokument 

 

Hilde Spiel 

Die Schriftstellerin Hilde Spiel (1911-1990) lebte von 1936 bis 1963 mit kurzen Unterbrechungen im Londoner Exil und erlangte Bedeutung als Essayistin, Romanautorin und Übersetzerin. Sie führte in ihrem Sommerhaus im Salzkammergut einen literarischen Salon und engagierte sich jahrzehntelang im P.E.N.-Club. Ihre kritische Haltung gegenüber Österreich, wohin sie 1963 zurückkehrte, bewahrte sie sich auch als langjährige Österreich-Korrespondentin für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". In ihrer Sammlung an Tonträgern finden sich Interviews, Zeitzeug*innengespräche, gelesene Texte aus dem Nachlass von Spiels Ehemann Hans Flesch-Brunningen (1895-1981) oder ein Interview mit dem britischen Schriftsteller Graham Greene. 

ONB-Suche - Hilde Spiel Tondokument 

 

Oswald Wiener 

Der Schriftsteller Oswald Wiener (1935-2021) bildete zusammen mit Friedrich Achleitner, H.C. Artmann, Konrad Bayer und Gerhard Rühm die „Wiener Gruppe“, die als literarische Avantgarde im Nachkriegs-Österreich einen großen Einfluss auf zahlreiche Schriftsteller*innen hatte. In den 1970er Jahren wandte sich Wiener von der Literatur ab und befasste sich unter anderem mit Maschinentheorie und Ästhetik. Die Sammlung enthält neben Vorlesungen und „Berliner Dichter Workshops“ Aufnahmen der sogenannten Berliner, Hamburger und Münchner Konzerte, an denen unter anderem die Künstler Christian Ludwig Attersee, Richard Hamilton, Hermann Nitsch, Gerhard Rühm und André Thomkins beteiligt waren. 

ONB-Suche - Oswald Wiener Tondokument 

 

 

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