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Festungsplan von Narwa, 1700


Festungsplan von Narwa, 1700
Abb.: Festungsplan von Narwa, 1700, Plan de la ville de Narva et des lignes de circonvalation ..., ca. 1:17.000, ostorientiert, ohne Ort (1700), kolorierte Federzeichnung, 61 x 37 cm, ÖNB/KAR: ALB 6b, Taf. 56

Schlachtenpläne wurden im Frankreich Ludwigs XIV. entwickelt, nachdem es Vorformen seit dem späten Mittelalter gab. Es handelt sich dabei um großmaßstäbige Pläne von militärischen Operationen und Belagerungen, auf denen die einander feindlich gegenüberstehenden Truppen sowie deren Befestigungen (Festungen, Verschanzungen, Laufgräben) und manchmal auch die Geschoßbahnen eingezeichnet sind. Häufig befinden sich am Rand ausführliche Legenden und Kommentare zum Karteninhalt. Die von kartographisch geschulten Militäringenieuren angefertigten Handzeichnungen mussten rasch an das Oberkommando abgegeben werden.

Oft verschafften sich hohe Offiziere Kopien von Schlachtenplänen, die dann über Nachlässe in öffentliche Sammlungen kamen. Ein Beispiel dafür ist diese Darstellung der Belagerung von Narwa, die Teil eines umfangreichen Sammelbandes ist, in dem über 90 Schlachten- und Festungspläne aus der Zeit zwischen 1621 und 1700 enthalten sind. Er befand sich einst im Besitz des Herzogs Albert von Sachsen-Teschen.

Im Zug des Nordischen Krieges begann Zar Peter I. etwas voreilig, die in Livland gelegene schwedische Festung Narwa im Oktober 1700 mit 30.000 Mann zu belagern.

Karl XII. von Schweden rückte mit einem Entsatzheer über Reval (Talinn) vor. Als der Zar erkannte, dass seine Artillerie nicht stark genug war, ernannte er einen Oberbefehlshaber und reiste ab. Die Russen hielten sich in ihren Verschanzungen über dem westlichen Flussufer der Narwa bis zum 30. November 1700. Nur Teilen der geschlagenen Truppen gelang die Flucht, zahlreiche hochrangige Offiziere mussten sich den Schweden ergeben, die auch wertvolles Kriegsmaterial erbeuteten. Vier Jahre blieb Narwa schwedisch, dann konnte Zar Peter I. die Festung nach einer dreieinhalb Monate währenden Belagerung wieder einnehmen.

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