Bereswill, Mechthild: Alleinreisende Frauen zwischen Selbst- und Welterfahrung / Gudrun Ehlert. - Königstein/Taunus : Helmer, 1996. - (Facetten)
Signatur: 1481498-B.Neu
Frauen, die ohne Begleitung aufbrechen, entsprechen nicht den Klischees weiblicher Schutzbedürftigkeit und Weltfremdheit. So provoziert eine Alleinreise jede Frau zur Auseinandersetzung mit äußeren Zuschreibungen und verinnerlichten Weiblichkeitsbildern - beides gerät in Bewegung. In der Erschütterung von Selbstsichten, im Balanceakt zwischen Wünschen und Ängsten öffnen sich die Reisenden nicht notwendig der Fremde: Als Touristinnen haben sie zahlreiche Möglichkeiten, fremde Menschen und ihre Lebensgewohnheiten zu stereotypisieren und damit Eigenes wie Fremdes zu verfehlen. Die untersuchten Interviews alleinreisender Frauen zeigen den Rückgriff auf fixierte Bilder des Frauseins, aber auch Erfahrungsprozesse, die einen veränderten Umgang mit Geschlechternormen dokumentieren.
Deeken, Annette: "An den süssen Wassern Asiens": Frauenreisen in den Orient / Annette Deeken ; Monika Bösel. - Frankfurt [u.a.] : Campus-Verl., 1996.
Signatur: 1472317-B.Kar-
Wir reisen in die vergangene Welt des 19. Jahrhunderts und lernen mehr als zwanzig reisende Frauen (Bürgerinnen, Adelige, Schriftstellerinnen, Pilgerinnen) aus dem deutschsprachigen Raum kennen: sie gingen zu Fuß oder ritten auf dem Kamel, sie reisten aus Neugierde oder pilgerten "für Gottes Lohn". Ihre als abenteuerlich empfundenen Orienterlebnisse hielten sie in Reiseberichten, Briefen und Tagebüchern fest. Die meisten dieser schriftlichen Zeugnisse wurden einst zum Vergnügen und unter großem Beifall des damaligen Lesepublikums in Zeitschriften abgedruckt oder sogar als Bücher veröffentlicht - später wurden sie vergessen. Im Anhang kurze, aber sehr nützliche Biographien der Reiseschriftstellerinnen, ein Personen- und Ortsregister.
Lightfoot-Klein, Hanny: Odyssee einer Frau in Afrika : eine Lebensgeschichte. - Frankfurt am Main : Fischer-Taschenbuch-Verl., 1995.
Signatur: 814169-B.Neu-12324
Geschickt verbindet die Autorin (in Hamburg geboren, 1938 in die USA emigriert) ihre Lebenserinnerungen mit Reiseberichten. Mit einer Direktheit, die das Durchlittene wie die Momente des Glücks geradezu schmerzhaft deutlich werden läßt, schildert sie, wie sie in einem Alter, in dem andere Frauen sich mit der Großmutterrolle begnügen, ihren Rucksack packt und allein durch Europa und bis in den Sudan reist. Hier erfährt sie vom grausamen Ritual der sexuellen Verstümmelung kleiner Mädchen, der Klitorisbeschneidung. Dieses Thema weckt nicht nur ihr Interesse, sondern nimmt sie gefangen, treibt sie zu umfangreichen Studien an. Sie schreibt Berichte, tritt auf Fachtagungen auf, verfaßt ein Sachbuch, das Aufsehen erregt, und gilt heute als "die" Expertin auf diesem Gebiet.
Thayer, Helen: Polartraum : eine Frau allein in der Arktis. - München : Blanvalet Verl., 1993
Signatur: 1481418-B.Neu
Helen Thayer war die erste Frau, die sich allein in die Eiswelt der Arktis wagte - sie war damals fünfzig Jahre alt. 1988 brach sie zu jenem Punkt der Erde auf, der Männer wie Cook, Peary und Amundsen im wahrsten Sinne des Wortes magnetisch angezogen hatte: der Nordpol. 270 Tage lang war sie unterwegs, 550 Kilometer weit zog sie ihre 80 kg schwere Ausrüstung per Ski durch eine gigantische Welt der Stille. Sie begegnete hungrigen Eisbären, ertrug Minustemperaturen bis zu fünfzig Grad Celsius und brutale Stürme. Ihr einziger Begleiter war Charly, ein großer schwarzer Husky, der sie mehr als einmal aus lebensgefährlichen Situationen rettete. Wie die berühmten Abenteuerinnen des vorigen Jahrhunderts hat Helen Thayer Zeichen gesetzt - als Reisende, als Sportlerin und als Frau in der Lebensmitte.