ARIADNE-Newsletter 26

Sprache & Literatur

Appelsmeyer, Heide: Stil und Typisierung in weiblichen Lebensläufen : eine vergleichende Analyse biographischer und literarischer Konstruktionen älterer Frauen. - Weinheim : Dt. Studien-Verl., 1996. - (Interaktion und Lebenslauf ; 12)
Signatur: 1482177-B.Neu-Per.12
Grundlage für dieses Buch sind qualitative Interviews mit Frauen zum Zeitpunkt des Renteneintritts. Es handelt sich um eine Frauengeneration, deren Lebensgeschichten die historischen Umbrüche vom Ende der Weimarer Republik bis zur Nachkriegszeit umspannen und deren Erfahrungs- und Handlungsräume krasse Widersprüche und Diskontinuitäten aufweisen. Die empirische Analyse nimmt ihren Ausgang vom Vergleich zweier Interviewformen: zum einen narrativer Interviews, die der Erhebung lebensgeschichtlicher Erzählungen dienen, und zum anderen Interviews über einen literarischen Text, die Einblicke in idiosynkratische Deutungstendenzen gewähren. Unter Bezugnahme auf zeittheoretische Ausführungen von handlungstheoretischen Überlegungen Sartres werden die lebensgeschichtlichen Erzählungen dabei zwischen den Begriffen der "Typisierung"und des "Stils"verankert: Sie weisen sich zum einen als typische Darstellungsformen aus, die keinen unmittelbaren Aufschluß über die vergangene Lebenspraxis erlauben, sondern kulturell definierten Regeln folgen. Zum anderen werden diesen typisierten Darstellungsformen gleichwohl zugrundeliegende individuelle Aspekte der Wirklichkeitskonstruktion aufgezeigt: Aspekte, die als Individualstile auch die alltägliche Handlungspraxis der Erzählerinnen auszeichnen.

Barbara Frischmuth / hrsg. von Kurt Bartsch. - Graz [u.a.] : Droschl, 1992. - (Dossier ; 4)
Signatur: 1485912-B.Lit-4
"Ob es die Faszination der seltsamen klösterlichen Gesetze war, die bei Frischmuth den milde-poppigen Stil bildete, oder ob es eben dieser Stil war, der sie ins Kloster drängte, ist gleichgültig. Frischmuths Prosa ist uneinheitlich, indem sie einheitlich ist, ist aktiv, indem sie passiv ist, ist unmoralisch, indem sie moralisch ist, ist moralisch, indem sie unmoralisch ist, ist gut, weil sie gut ist." (Wolfgang Bauer)

Borderwork : feminist engagements with comparative literature / ed. by Margaret R. Higonnet. - Ithaca [u.a.] : Cornell University Press, 1994. - (Reading women writing)
Signatur: 1484285-B.Neu
Dieses Sammelwerk situiert sich am Kreuzungspunkt von komparatistischer Literaturwissenschaft und feministischer Kritik und möchte in seinen Beiträgen Grenzlinien, aber auch gegenseitige Beeinflussungen aufzeigen. Unter den Autorinnen: Françoise Lionnet, Lore Metzger, Chris Cullens, Margaret R. Higonnet, Marianne Hirsch, Sabine I. Gölz u.v.a.m.

Frauengespräche : Sprache der Verständigung / Senta Tröml-Plötz (Hg.). - Frankfurt am Main : Fischer-Taschenbuch-Verl., 1996. - (Fischer-Taschenbücher ; 13161 : Die Frau in der Gesellschaft)
Signatur: 814169-B.Neu.13161
Sprachwissenschaftlerinnen aus den USA, England und Neuseeland identifizieren in Gesprächen unter Frauen weibliche Eigenschaften des Redens. Überraschendes Resultat der Forschungsbeiträge: Frauen verfolgen durch Reden ein anderes Ziel als Männer und erreichen ein anderes Ergebnis, nämlich Solidarität und Verständigung.

Hanssen, Paula: Elisabeth Hauptmann : Brecht's silent collaborator. - Bern [u.a.] : Lang, 1995. - (New York University Ottendorfer Series ; N.F., 46)
Signatur: 1084170-B.Neu-Per.46
Elisabeth Hauptmann, die an mehreren von Berolt Brechts Werken ("Dreigroschenoper", "Mahagonny", Chinesisches Gedicht und an einigen "Lehrstücken") mitgewirkt hat, wurde von der Forschung bisher übergangen. Manuskripte aus dem "Bertolt-Brecht-Archiv"und dem "Literaturarchiv der Akademie der Künste" bestätigen ihren Einfluß. Diese Arbeit untersucht die lebenslange Zusammenarbeit der beiden und versucht Hauptmanns Bild von einer "Nur"-Sekretärin zu ihrem Platz als Mitautorin zurechtzurücken.

Howells, Coral Ann: Margaret Atwood. - London [u.a.] : Macmillan, 1996. - (Macmillan modern novelists)
Signatur: 1478221-B.Neu
Der internationale Ruf von Margaret Atwood beruht nicht zuletzt auf ihrer Vielseitigkeit als Schriftstellerin. Sie hat in mehreren Romanformen - Gruselroman, Spionageroman, Science Fiction und Bildungsroman - die Konventionen des Genres einer Revision unterzogen. Das Buch behandelt ihre literarische Produktion seit den 70er Jahren bis heute (von "Surfacing"bis zu "The Robber Bride").

Matheja-Theaker, Mechthild M.: Alternative Emanzipationsvorstellungen in der DDR-Frauenliteratur (1971 - 1989) : ein Diskussionsbeitrag zur Situation der Frau. - Stuttgart : Akad. Verl. Heinz, 1996. - (Stuttgarter Arbeiten zur Germanistik ; 309)
Signatur: 1137447-B.Neu-Per.309
"Angesichts der stark veränderten Situation zu Beginn der neunziger Jahre könnte man heute zu dem Schluß kommen, daß die Schriftstellerinnen der DDR, deren Werke hier untersucht wurden, nicht die Masse der DDR-Frauen repräsentieren. (...) Das starke Interesse an der Frauenliteratur in der Honecker Ära deutet jedoch darauf hin, daß die Autorinnen die Ansichten einer nicht zu unterschätzenden Anzahl von DDR-Frauen zum Ausdruck brachten." (aus dem Vorwort)

Pflüger, Maja Sibylle: Vom Dialog zur Dialogizität : die Theaterästhetik von Elfriede Jelinek. - Tübingen [u.a.] : Francke, 1996. - (Mainzer Forschungen zu Drama und Theater ; 15)
Signatur: 1338951-B.The-15
Elfriede Jelinek treibt in ihren neueren Theatertexten das Drama an seine Grenze und d.h. auch an die Grenzen der Inszenierbarkeit und der Verstehbarkeit. Die Wortlastigkeit einerseits und die opulente grausame Bilderwelt ihrer Stücke andererseits sind eine Herausforderung für die Theaterbühnen. Was bleibt übrig, wenn die zentralen Konstituenten des herkömmlichen Dramas - Handlung, Figur und Dialog - ausgehebelt werden, was macht solche Texte dann noch zu Theatertexten? Dieser Frage geht das Buch nach, überwindet dabei die übliche Diagnostizierung reiner Auflösungserscheinungen im zeitgenössischen Drama und bringt die neue Qualität von Jelineks Theatertexten auf den Begriff.

Rigby, Catherine E.: Transgressions of the feminine : tragedy, enlightenment and the figure of woman in classical German drama. - Heidelberg : Winter, 1996. (Reihe Siegen ; 130 : Germanistische Abteilung)
Signatur: 1146119-B.Neu-Per.130
Auf Basis von Adornos und Horkheimers Kritik der Moderne versucht die Autorin der Dialektik der Aufklärung im klassischen deutschen Drama und deren Weiblichkeitskonstruktionen auf den Grund zu gehen. Dabei spannt sie den Bogen auch von den antiken Dramen über Racine bis zu Ibsen. Ein Exkurs in das Moderne Drama und die Emanzipation der Frauen erweitert diese Untersuchung.

Schweiger, Susanne: Die ästhetische Verwertung des Frauenkörpers : Robert Walsers Mikrogramme. - Wien : WUV-Univ.-Verl., 1996. - (Commentarii ; 4)
Signatur: 1424885-B.Neu-Per.4
Mit den Verfahren einer dekonstruktiven feministischen Methode wird Walsers hintergründig ironisches Spiel mit Weiblichkeitsprojektionen aufgedeckt. Wie diese Darstellung des weiblichen Körpers zugleich dessen Verdrängung betreibt, wird in subtilen Einzelanalysen der als rätselhaft geltenden Mikrogramme gezeigt.

Vogel, Harald: Rose Ausländer - Hilde Domin, Gedichtinterpretationen / Michael Gans. - 2. überarb. Aufl. - Baltmannsweiler : Schneider-Verl. Hohengehren, 1997.
Signatur: 1483501-B.Neu
Die exemplarischen Einzelinterpretationen zu Rose Ausländer und Hilde Domin sind so ausgewählt, daß eine Repräsentanz gegenüber den umfangreichen lyrischen Gesamtwerken gegeben ist und eine literarische Entwicklung der beiden Lyrikerinnen erkennbar wird. Lebensportraits ermöglichen einen biographischen Vergleich. Sie geben auch eine erste poetologische Einordnung der beiden lyrischen Konzepte und skizzieren die unterschiedlichen schriftstellerischen Lebensentwürfe.

Zielke-Nadkarni, Andrea: Frauenfiguren in den Erzählungen türkischer Autorinnen : Identität und Handlungs(spiel)räume. - Pfaffenweiler : Centaurus-Verl.-Ges., 1996. - (Frauen in der Literaturgeschichte ; 6)
Signatur: 1433123-B.Neu-Per.6
Seit etwa 1982 treten türkische Autorinnen zunehmend auch an die deutsche Öffentlichkeit. In den Romanen und Erzählungen, die Aysel Özakin, Saliha Scheinhardt und Alev Tekinay in der Bundesrepublik veröffentlicht haben, spiegeln sich die Erfahrungen der Migration und bikulturellen Sozialisation. Die neun Frauenfiguren, mit denen sich diese literaturwissenschaftliche Studie befaßt, sind - wie ihre Erfinderinnen - Schreibende mit dem Bedürfnis, sich selbst "auf die Spur zu kommen". Gestützt durch biographische Interviews mit den Autorinnen, leistet dieses Buch einen Beitrag zur Analyse fiktional verarbeiteter, bikulturell geformter frauenspezifischer Lebenserfahrung.

Zwarg, Christina: Feminist conversations : Fuller, Emerson, and the play of reading. - Ithaca [u.a.] : Cornell University Press, 1995. - (Reading women writing)
Signatur: 1484277-B.Neu
Christina Zwarg führt uns in die "feministischen Gespräche"zwischen Margaret Fuller und Ralph Waldo Emerson ein. Margaret Fuller (1810-1850) war zu Lebzeiten bekannt als Übersetzerin, Journalistin und Kritikerin, sie war außerdem eine der Pionierinnen des Feminismus. Ihre Korrespondenz mit Emerson und damit ihre gegenseitige gedankliche Beeinflussung begann 1836 und setzte sich bis zu ihrem Tod fort.

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