ARIADNE-Newsletter 26

Feministische Theologie, Kirche & Religion

Dannemann, Irene: Aus dem Rahmen fallen : Frauen im Markusevangelium : eine feministische Re-Vision. - Berlin : Alektor-Verlag, 1996. - (Alektor-Hochschulschriften)
Signatur: 1481493-C.Neu
Die Erzählungen des Markusevangeliums können nach Irene Dannemanns Analyse nicht mehr eindeutig den Kategorien (frauen-)befeiend oder unterdrückerisch, patriarchatskritisch oder androzentrisch zugeordnet werden. Denn die untersuchten Texte enthalten alle Aspekte. Der Rahmen des befreiungstheologisch und feministisch hoch geschätzten Evangeliums erweist sich als keineswegs durchgängig glänzend, sondern zeigt Absplitterungen und Sprünge. Die Autorin - zur Zeit Pfarrerin in Frankfurt/Main - war Mitarbeiterin im Forschungsschwerpunkt Feministische Befreiungstheologie an der Universität Gesamthochschule Kassel.

Eltz-Hoffmann, Lieselotte von: Kirchenfrauen der frühen Neuzeit. - Stuttgart : Quell, 1995.
Signatur: 1485590-B.Neu
Lieselotte von Eltz-Hoffmann erzählt mit großem Wissen und Einfühlungsvermögen die Lebensgeschichten von sechs Frauen aus dem Jahrhundert der Reformation: Margarete von Navarra, Katharina Zell, Elisabeth Stuart, Theresa von Avila, Katharina Regina von Greiffenberg, Maria Ward.

Grossmann, Sigrid: "Was macht dich so frech, also zu reden?": gesammelte Aufsätze zur feministischen Theologie. - St. Ingbert : Röhrig, 1996. - (Sofie ; 3)
Signatur: 1467548-B.Neu-Per.3
Die in diesem Band gesammelten Aufsätze spiegeln den "inneren Werdegang" von Sigrid Grossmann, einer der bekanntesten Vertreterinnen der Feministischen Theologie. Im Wintersemester 1978/79 begann sie an der Universität des Saarlandes mit ersten feministischen Versuchen. Aufgrund der Erfahrungen in diesem Seminar entwickelte sie ein eigenes System der Hinterfragung von Texten, das für ihre nachfolgenden wissenschaftlichen Arbeiten grundlegend sein würde.

Krafte-Jacobs, Lori: Feminism and modern Jewish theological method. - New York, NY [u.a.] : Lang, 1996. - (American university studies : Series 7, Theology and religion ; 142)
Signatur: 1224224-B.Neu-Per.7,142
Ein Versuch, den historischen Ausschluß der Frauen aus der jüdischen Gemeinschaft mit holistischer Herangehensweise zu überwinden. Dementsprechend werden jüdische methodologische Konzepte analysiert, wie die "Gott-zentrierte"Methode von Hermann Cohen und Leo Baeck, die "Torah-zentrierte"Methode von Abraham Heschel und Joseph Soloveitchik, sogenannte "hybride"Methoden von Martin Buber und Eugene B. Borowitz und die "Israel-zentrierte" Methode von Mordecai M. Kaplan.

Rehberger, Claudia: Humanisierung des Menschen und die Wiederversöhnung mit der Erde : die Befreiungstheologie Rosemary Ruethers. - Frankfurt am Main [u.a.] : Lang, 1996. - (Internationale Theologie ; 1)
Signatur: 1483042-B.Neu-Per.1
Rosemary Ruether gehört zu den profiliertesten US-amerikanischen TheologInnen der Gegenwart. Seit den 60er Jahren hat sie mit ihren Analysen zu Rassismus und Sexismus, zu Antijudaismus und zur ökologischen Problematik die theologische Diskussion bereichert. Ruether zeigt auf, wie die Theologie diese Formen von Unterdrückung durch ein herrschaftliches, von Dualismen geprägtes Denken legitimiert hat. Die Untersuchung systematisiert die breite Theologie- und Kulturkritik Ruethers und erhellt ihren theologischen Hintergrund. Sie stellt darüber hinaus Ruethers Ansatz zu einem eigenen theologischen Entwurf vor.

Rossmann, Eva: Die Angst der Kirche vor den Frauen : Katholikinnen erzählen. - Wien [u.a.] : Folio, 1996.
Signatur: 1485973-B.Neu
Die Angst der Amtskirche vor den Frauen sitzt tief. Mächtige katholische Kirchemänner sagen, es ist nicht gottgewollt, daß Männer und Frauen dasselbe tun. Frauen und Männer mit Frauen bleiben vom Priestertum ausgeschlossen. Die von Männern eingesetzte Sexualmoral zementiert überkommene Frauenrollen. Das Kirchenvolks-Begehren wird als Angriff auf den "rechten Glauben"verstanden. Reaktionäre Bischöfe und Politiker wollen Frauen wieder auf "Kinder, Küche, Kirche" beschränken. Eva Rossmann läßt Gläubige unterschiedlichster Haltung zu Wort kommen: von hochrangigen Laienfunktionären über sog. Kirchenmänner bis zu Pfarrhaushälterinnen.

Schottroff, Luise: Lydias ungeduldige Schwestern : feministische Sozialgeschichte des frühen Christentums. - Gütersloh : Kaiser, Gütersloher Verl.-Haus, 1996.
Signatur: 1484242-B.Neu
Frauen haben das Zusammenleben der ersten christlichen Gemeinden maßgeblich gestaltet. An die Stelle unterdrückender patriarchaler Herrschaft über Frauen, Männer, Kinder, Sklavinnen und Sklaven trat in den Gemeinden der Kampf um Befreiung und das Aufbauen gerechter Beziehungen unter den Menschen. Was bedeutete es für eine Frau zur Zeit der Entstehung des Christentums, Christin zu werden? Was veränderte sich für sie - in ihren Beziehungen, in ihrem Alltag und in ihrem Blick auf die Zukunft? Diesen Fragen geht Luise Schottroff konkret und anschaulich nach. Auf diese Weise ist eine umfassende feministische Sozialgeschichte des frühen Christentums entstanden.

Schüngel-Straumann, Helen: Denn Gott bin ich, und kein Mann : Gottesbilder im Ersten Testament - feministisch betrachtet. - Mainz : Matthias-Grünewald-Verl., 1996. - (Bibelkompaß)
Signatur: 1485310-B.Neu
"Wenn Gott männlich ist, dann ist das Männliche Gott."So hat es einmal die amerikanische Feministin Mary Daly formuliert. Unsere Vorstellung von Gott ist von einer Gesellschaft geprägt, in der die Herrschaft der Männer immer noch selbstverständlich ist. Helen Schüngel-Straumann zeigt, daß das biblische Gottesbild - vor allem des Ersten Testaments - viel reichhaltiger und farbiger ist, als wir meinen. Sie gibt uns Lesehilfen an die Hand, die gründlich in Frage stellen, was wir bisher alles über den Gott der Bibel zu wissen glaubten. Die Urgeschichte der Genesis, die Aussagen über Gott in den Prophetenbüchern, die Vorstellung von der göttlichen Weisheit und von der (weiblichen) "Ruach"Gottes - das sind nur einige Stationen auf der Entdeckungsreise durch die Bibel.

What does it mean today to be a feminist theologian? / Andrea Günter (Hrsg.) ... - Kampen : Kok Pharos Publ. House [u.a.], 1996. - (Jahrbuch der Europäischen Gesellschaft für die Theologische Forschung von Frauen ; 4)
Signatur: 1418977-B.Neu-Per.4
Die Beiträge der 1995 stattgefundenen Tagung der Europäischen Gesellschaft für Theologische Forschung von Frauen. "Der Klärungsbedarf hinsichtlich der Voraussetzungen und Möglichkeiten des eigenen theologischen Arbeitens artikulierte sich vor allem in zwei Fragestellungen: einmal in der Frage danach, wie es überhaupt möglich ist, in einer 'säkularisierten' Welt von Gott zu reden. Wie sind wir als Theologinnen mit der Säkularisierung der Welt konfrontiert, wenn wir nicht einfach glauben, daß 'Gott' mit dem Beginn der Moderne 'tot ist'? Zum anderen stellt sich die Frage, wie wir theologische und biblische Aussagen und Inhalte in einer Zeit zur Sprache bringen können, in der eine theologische Rede kaum Autorität hat? Was ist die Herausforderung einer theologischen Rede heute, gerade auch in Anbetracht der feministischen Kritik?"(aus dem Editorial)

Zwank, Rudolf: Geschlechteranthropologie in theologischer Perspektive? : zur Phänomenologie des Geschlechtlichen in Hans Urs von Balthasars "Theodramatik". - Frankfurt am Main [u.a.] : Lang, 1996. - (Regensburger Studien zur Theologie ; 50)
Signatur: 1149525-B.Neu-Per.50
Die theologische Bedeutung, die Hans Urs von Balthasar der menschlichen Sexualität beimißt, prägt wichtige Teile seiner Theologie. Ausgehend von der Analyse eines zentralen Textes über "Mann und Frau" wird untersucht, welches geschlechteranthropologische Konzept die weitreichenden theologischen Schlüsse trägt, die Balthasar aus seiner Sicht der Zweigeschlechtlichkeit ableitet. Die Arbeit wird insbesondere von der Frage geleitet, ob der häufig empfohlene Versuch einer (kritischen) Vermittlung Balthasarscher Theologie mit feministisch-theologischen Optionen fruchtbar oder schon im Ansatz zum Scheitern verurteilt wäre.

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