Konservierung eines Seidenbandes

Vor der Restaurierung

Nach der Restaurierung

Zum Objekt

Eredeti nagy opera négy felvonásban szerzé Erkel Ferencz. Szövegét irta Egressi Béni. Sajtó alá rendezte és németre forditotta Kern Aurél. Teljes zongora-kivonat magyar és német szöveggel és a szinpadi elrendezés pontos megjelölésével. / Ladislaus Hunyady. Grosse Oper in vier Aufzügen von Franz Erkel. Text von Benjamin Egressi. Revidiert und ins Deutsche übertragen von Aurel v. Kern. Vollständiger Clavierauszug mit ungarischem und deutschem Text und genauer Regiebezeichnung. - Budapest: Rózsavölgyi o.J. [1896]. R. & Co. 2433. 5, 309 S., 1 Tafel.

Die Oper Hunyadi László des ungarischen Komponisten Ferenc Erkel wurde am 27. Jänner 1844 im Nationaltheater in Pest (heute Budapest) uraufgeführt. Das Libretto nach dem gleichnamigen Drama von Lőrinc Tóth stammt von Béni Egressi. Erkel war seit längerem an spezifisch ungarischen Themen interessiert und begeisterte sich sehr für den Hunyadi-László-Stoff.

1856 wurde die Oper zum ersten Mal in Wien im Theater auf der Wieden in ungarischer Sprache aufgeführt. Die erste deutschsprachige Aufführung fand 1895 in Prag statt. Hunyadi László wurde bald zu einer ungarischen Nationaloper und hatte auf Grund ihrer spezifisch nationalungarischen Prägung vor allem in Ungarn einen nachhaltigen Erfolg.

Der vorliegende, prachtvoll gebundene Klavierauszug mit ungarischem und deutschem Text stammt aus dem Jahr 1896. Er war ein Geschenk für Kaiser Franz Joseph I. und enthält auch ein Plakat der Uraufführung der Oper. Es handelt sich um einen Seideneinband mit Metallbeschlägen und Farbdruck.

Zustand

Der Einband weist für textile Einbände typisch mechanische Schäden auf, die durch Benützung bzw. Handhabung entstanden sind: Fehlstellen im Überzugsmaterial des Buchrückens bzw. am Vorderdeckel. Einzelne Seidenfäden sind an diesen Stellen gerissen, liegen lose ohne innere Verbindung und ohne Verbindung zum Deckelmaterial auf und sind dadurch gefährdet, verloren zu gehen.

Arbeitsbericht

Eine Problematik bei der Behandlung von Textileinbänden liegt im Finden eines geeigneten Ergänzungsmaterials, welches in textiler Bindung, Farbe und Materialstärke dem Originalbezug möglichst gleicht. Heute werden Textilien maschinell hergestellt und unterscheiden sich dadurch optisch sehr von Materialien früherer Jahrhunderte, die ausschließlich von Hand gefertigt sind.

Eine weitere restauratorische Herausforderung ergibt sich beim Verkleben, da bei Seiden- und Samtstoffen Klebstoffe leicht auf die Vorderseite durchschlagen und somit sichtbare Flecken bilden können.

In diesem Fall wurden die Seidenfäden mit einer in Alkohol gelösten Cellulose gefestigt, die Fehlstellen mit einer eingefärbten Seide unterlegt und die losen Originalfäden über der Ergänzung ausgerichtet und mit trockenem Weizenstärkekleister verklebt.

 

 

 

 


last update 03.04.2016