Frauen in Bewegung

Weiß, Johanna
1874 - 1932

Johanna WeiƟ
  1. Biographie:

    • "In einer Zeit, in der die Angestelltn im hauswirtschaftlichen Beruf (Dienstboten, auch "Hausgehilfen") - die damals größte Schicht weiblicher Berufstätiger - ohne Arbeitsschutz und rechtliche Absicherung dastehen, ruft die spätere Fürsorgerätin Johanna Weiß (1874-1932) österreichweit den "Verband christlicher Hausgehilfinnen" (heute: "Berufsverband christlicher Arbeitnehmer im hauswirtschaftlichen Dienst") ins Leben.
      Die Tochter eines Schuhmachers aus Mureck wächst mit neun weiteren Geschwistern in recht bescheidenen Verhältnissen in der südlichen Steiermark auf. Von klein auf ist der Berufsweg Johannas für den hausdienst bestimmt. Als kaum Vierzehnjährige gelangt sie zu ihrer ersten Dienststelle nach Wien. Mit Hilfe der jungen Katholischen Frauenorganisation für Niederösterreich gründet sie 1909 den Verband christlicher Hausgehilfinnen, zu deren Präsidentin Johanna Weiß 1911 gewählt wird. Für die damalige Zeit ist diese Gründung etwas Neues, Revolutionäres und auch in katholischen Kreisen nicht für alle Nachvollziehbares. Man hängt noch stark am alten System der patronagen, einer gut gemeinten Form von freiwilligen Fürsorgeorganisationen durch vornehmlich adelige und bürgerliche Frauen (Motzko).
      Mit der Einführung eines Dienstvertrages sichert Johanna Weiß den Dienstnehmerinnen wichtige Rechte, wie sie später im Gesetz verankert werden. Ein Rechtskonsulent berät die Hausgehilfinnen kostenlos. Zusammen mit der ersten christlichsozialen Parlamentarierin Dr. Hildegard Burjan (1883-1933) erarbeitet Johanna Weiß, die zu den Gründungsmitgliedern des sozial aktiven Vereines "Caritas Socialis" gehört, das 1920 politisch verwirklichte Hausgehilfinnengesetz. (...) Johanna Weiß engagiert sich auch als christlichsoziale Abgeordnete im Niederösterreichischen Landtag und gehört dem erweiterten Vorstand der KFO Österreichs an."
      (aus: Kronthaler, Michaela: Prägende Frauen der steirischen Kirchengeschichte. 2000, S. 30)

  2. Sekundärliteratur:

    • Kronthaler, Michaela: Prägende Frauen der steirischen Kirchengeschichte. - In: Kirche und Christentum in der Steiermark, Bd. 5. - Kehl am Rhein, Echo-Buchverlag, 2000, S. 30
    • Motzko, Alma: Johanna Weiß : ein Lebensbild. - Wien, 1957
      Signatur: kein Bestand an der ÖNB

Letztes Update: 26. April 2005