Sichtungen. Archiv - Bibliothek - Literaturwissenschaft ISSN: 1680-8975
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Mitteilungen: Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz [Grundeintrag 1998] (26. 11. 2001). In: Sichtungen online, PURL: http://purl.org/sichtungen/sbbhan-1a.html ([aktuelles Datum]). - Auch in: Sichtungen 2 (1999), S. 335-336 [Grundeintrag 1998].

Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Potsdamer Straße 33, D-10785 Berlin
Tel.: +49-30-266-2841; Fax: +49-30-266-2842
Email: handschriftenabt@sbb.spk-berlin.de; URL: http://www.sbb.spk-berlin.de/deutsch/abteilungen/handschriftenabteilung/index.html
Adressinformation zuletzt aktualisiert: 1999

Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz


Grundeintrag 1998

[2/ S. 335:] Die Staatsbibliothek zu Berlin besitzt eine der großen Handschriftensammlungen des Abendlandes. Neben der bedeutenden Sammlung mittelalterlicher Manuskripte sind umfangreiche Bestände von Nachlässen und Briefen berühmter Persönlichkeiten der deutschen und europäischen Geistesgeschichte Ausdruck einer seit Jahrhunderten beständig gepflegten Erwerbungstätigkeit auf diesem Gebiet.

Schon im ersten Katalog der Bibliothek, erstellt zum Gründungsjahr 1661, werden zusammen mit gedruckten Werken auch Handschriften genannt. Eigenhändige Dokumente Martin Luthers, von den Erben 1595 an den Markgrafen Joachim Friedrich verkauft, sind gleichsam der Nukleus der Autographensammlung. Die systematische Erweiterung des Bestandes ist zunächst vor allem im Bereich der theologisch-philologischen Literatur zu beobachten. Ihre wahre Bedeutung gewinnt die Sammlung seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts, nachdem die Bibliothek den Aufstieg zur zentralen Bibliothek des Landes vollzogen hatte. Der planvolle Erwerb der Nachlässe berühmter Wissenschaftler und Schriftsteller, z. B. Chamisso, Eichendorff, Johann Heinrich Samuel Formey, August Hermann Francke, Jakob und Wilhelm Grimm, Herder, Jean Paul, Friedrich von Raumer, Rückert, Friedrich Karl von Savigny und Friedrich August Wolf zeigt die gesamte Spannweite sammlerischen Interesses, die auch in der Anlage einer allgemeinen Autographensammlung ihren Ausdruck fand. Die berühmte Sammlung Karl August Varnhagens (darin unter anderem enthalten der Nachlaß des Fürsten Pückler-Muskau) sowie die gesamte, über 210.000 Einzelstücke umfassende »Sammlung Autographa« ist - bedingt durch Auslagerungen während des Zweiten Weltkriegs - heute in der Biblioteca Jagiellonska in Krakau zu benutzen.

Die besondere Hinwendung der Erwerbungspolitik des ausgehenden 19. Jahrhunderts zur deutschen Geistesgeschichte, vertreten mit Namen wie Fichte, Fontane, Adolf von Harnack, Hegel, Alexander von Humboldt, Lenz, Mommsen, Friedrich Nicolai, Schopenhauer, Varnhagen, mündet später in eine Spezialisierung auf den Gebieten der idealistischen Philosophie, der naturalistischen deutschen Literatur - hier sind besonders Gerhart Hauptmann und Arno Holz zu nennen - und vor allem auch der Geschichte der Naturwissenschaften in Deutschland: Durch die über 300.000 Dokumente umfassende Sammlung Darmstaedter, die die Bibliothek zu Beginn des 20. Jahrhunderts von dem Industriellen Ludwig Darmstaedter erwerben konnte, ist ge- [2/ S. 336:] rade dieser in vergleichbaren Bibliotheken weniger beachtete Aspekt der Kulturgeschichte in der Staatsbibliothek hervorragend vertreten. Die heute insgesamt mehrere Millionen Autographen umfassende Berliner Sammlung (dazu gerechnet sind neben den Stücken der in Berlin nach dem Krieg neu aufgebauten Autographensammlung und der Sammlung Darmstaedter auch die Einzelautographen aus etwa 700 Nachlässen) ist so ein Universum kultur- und wissenschaftsgeschichtlicher Quellen, wie es an einem Ort nicht häufig anzutreffen ist. Die großen Neuerwerbungen der letzten Jahre, die Nachlässe Dietrich Bonhoeffer, Martin Breslauer, Gustaf Gründgens zeigen die Kontinuität eines umfassenden Erwerbungsprofils.

Nachlässe und Autographen werden in der Staatsbibliothek zum großen Teil noch konventionell erschlossen. Ein alphabetischer Zettelkatalog sorgt für den Nachweis einzelner Stücke aus allen Beständen. Nachlaßlisten und, in wenigen Fällen, gedruckte Nachlaßverzeichnisse sind andere Mittel, sie der Forschung zugänglich zu machen. Die Einführung elektronischer Verzeichnung ist in Vorbereitung.




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