Ein guter Tod - Occupationes Morientium In Societate Jesu

Pretiosæ Occupationes Morientium In Societate Jesu. Authore Joanne Nadasi, Ejusdem Soc. Jesu. - Tyrnau : Typis Academicis Soc. Jesu, 1753.

Österreichische Nationalbibliothek, Sign.: 310.197-A.Alt-Mag

Detailinformation

Der Jesuit Johannes (János) Nádasi (1613 od. 1614-1679), geboren in Tyrnau  und Absolvent des dortigen berühmten Jesuitenkollegs, war ein äußerst erfolgreicher Autor von Erbauungsliteratur. Viele seiner insgesamt etwa 60 auf Latein verfassten Werke wurden in mehrere Sprachen übersetzt und erfreuten sich bis ins 19. Jahrhundert hinein großer Verbreitung im deutschsprachigen Raum, in Böhmen, Polen und Ungarn und in Italien – er lebte lange in Rom, wo er sich fast ausschließlich der Schriftstellerei widmen konnte (auch die erste Ausgabe der Occupationes morientium war 1657 in Rom erschienen). Die letzten zehn Jahre seines Lebens verbrachte er in Wien und war Beichtvater der Eleonore Gonzaga, der Witwe Kaiser Ferdinands III.

Die Vorbereitung auf den „guten Tod“ steht nicht nur in den Occupationes morientium im Mittelpunkt. So heißt es etwa in der Vorrede zu  Nádasis Bestseller Himmlisches Jahr (Annus caelestis), einer Sammlung von Heiligenlegenden für jeden Tag des Jahres: „Es kömmt nun Alles darauf an, daß wir überall und immer zum Sterben bereit seien, um gut zu sterben; denn davon hängt unsere Seligkeit ab.“ Die Leser des Annus caelestis sollen am Beispiel der Heiligen lernen, „sich täglich auf einen guten Tod vorzubereiten“. Die Occupationes hingegen enthalten zahllose Beispiele  von Jesuiten (und sogar von jungen Zöglingen), deren Sterben als exemplarisch gelten kann – so wie im Fall von Pater Petrus Schleumer, der noch in den letzten Augenblicken seines Lebens das „Te Deum Laudamus“ anstimmt (Occupationes  S. 194). 


last update 03.02.2016