Die schönen Tage von Aranjuez. Ein Sommerdialog (Textfassung 1)

Bleistiftmanuskript, 41 Blatt, ??.07.2011 bis ??.10.2011

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Bei dem vorliegenden Bleistiftmanuskript handelt es sich um die erste Textfassung von Peter Handkes deutscher Übersetzung seines Theaterstücks Les Beaux Jours d'Aranjuez. Das Manuskript umfasst 41 Blatt, die nach einem Titelblatt mit der Aufschrift »Die schönen Tage von Aranjuez [/] Ein Sommerdialog« [Bl. I] von 1-40 paginiert wurden. Die Erstfassung der deutschen Übersetzung dokumentiert genau genommen die zweite Textfassung des Stücks. Die von Handke bei der Übertragung möglicherweise vorgenommenen Veränderungen des ersten Textes könnte allerdings erst ein (aufgrund der Quellenlage noch nicht möglicher) Vergleich beider Fassungen zeigen.

Das Bleistiftmanuskript der deutschen Fassung enthält kaum noch Korrekturen, Streichungen oder Texteinschübe. Auffällig sind einzelne, erst in dieser Fassung ergänzte Verweise auf andere (deutschsprachige) Autoren. Zum Beispiel fügte Handke in der Regieanweisung am Stückbeginn eine Replik auf Joseph Eichendorffs Erzählung Ahnung und Gegenwart ein: »Unsichtbare, nur hörbare Bäume, \mehr Ahnung als Gegenwart,/ in einem sachten Sommerwind, welcher, von Zeit zu Zeit, die Szenerie rhythmisiert.« (Bl. 1) Spätere Einfügungen erinnern an Stellen in Wagners Parsifal: »Zu einem Leib und einer Seele wird die Zeit, und jedes A und O wird Unermeßlichkeit.« (Bl. 23) oder an Ödön von Horváth: »Und die Liebe dieser Puppen: Eher eine Androhung, wie die des Fleischers von "Geschichten aus dem Wienerwald" hin zur armen Marianne: "Du wirst meiner Liebe nicht entgehen!"« (Bl. 29).

Anders als in Handkes bisherigen ersten Stückfassungen, die meist eng bis an den Rand und ohne Abhebung der Dialogteile getippt oder geschrieben sind, legte Handke beim Schreiben der Übersetzung bereits Wert auf die Gestaltung als Theaterstück: Der Stücktext ist in großer und gut leserlicher Schrift mit einem breiten seitlichen Rand verfasst und die einzelnen Figurenreden sind bereits deutlich durch die in Versalien hervorgehobenen Figurenbezeichnungen »DER MANN« und »DIE FRAU« angegeben. Die wenigen Regieanweisungen sind durch Unterstreichungen gekennzeichnet, nur die lange Regieanweisung am Anfang des Stücks ist durch einen seitlichen Strich und die Anweisung »kursiv« (Bl. 1) markiert.

Die Tatsache, dass es sich bei diesem Bleistiftmanuskript eigentlich um eine zweite Fassung handelt, erklärt auch, warum die bei Handkes ersten Textfassungen übliche Datierung der Schreibtage fehlt – diese dürfte er in der französischen Erstfassung eingetragen haben. Handkes eigener Angabe am Ende des Textes zufolge entstand das Stück in den Monaten »Juli/Oktober 1911« (Bl. 40), wobei er aber 2011 gemeint haben muss (vgl. DTA 70). Die Angabe bezieht sich aller Wahrscheinlichkeit nach auf die Entstehung der französischen und der deutschen Erstfassung. Versteht man den Schrägstrich zwischen den beiden Monaten nicht als »bis«, dann könnte Handkes Angabe darauf hindeuten, dass die französische Fassung im Juli 2011 entstanden ist und das Bleistiftmanuskript der deutschen Fassung im Oktober 2011. Gegen diese Annahme spricht aber die Veränderung der Entstehungszeitangabe im veröffentlichten Stück zu »Juli/November 2011« (DTA 70). (kp)

Siglenverzeichnis  Editorische Zeichen

Tabellarische Daten

Titel, Datum und Ort

Eingetragene Werktitel (laut Vorlage): 

Die schönen Tage von Aranjuez [/] Ein Sommerdialog [Bl. I]

Entstehungsdatum (laut Vorlage):  Juli/Oktober 1911 [sic!, Bl. 40]
Datum normiert:  ??.07.2011 bis ??.10.2011

Materialart und Besitz

Besitz:  Privatarchiv Hans Widrich
Art, Umfang, Anzahl: 

Bleistiftmanuskript, 41 Blatt, I, pag. 1-40; dunkleres Naturfaserpapier

Format:  A4
Schreibstoff:  Bleistift
Weitere Beilagen: 

 

  • 1 Blatt mit einer Besitzbestätigung, datiert auf 6.12.2012 und unterschrieben von Peter Handke
  • 1 Blatt mit einer Rechnung vom Hotel Gasthof Maria Plain vom 15.9.2012 (Essen von Peter Handke, Herrn und Frau Haslinger, Walter Kappacher und Hans Widrich)