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NewsLetter 80: Frauen- & Geschlechtergeschichte

 
Brown, Meg Lota: Women's roles in the Renaissance / Kari Boyd McBride. - Westport, Conn. [u.a.] : Greenwood Press, 2005. - (Women's roles through history)
Signatur: 1798061-B.Neu
Das Leben von Frauen und Mädchen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten, religiösen Hintergründen und Ländern Europas im Zeitalter der Renaissance ist Gegenstand dieses Buches. Frauen spielten eine wesentliche Rolle im wirtschaftlichen Leben, in den sozialen Strukturen und im Kulturschaffen, obwohl sie wenig Macht besaßen, strukturell abhängig und aus vielen Bereichen (Politik, Wissenschaft, Recht etc.) ausgeschlossen waren. Das Hauptaugenmerk richtet sich einerseits auf die Ideen und Bilder, die über Frauen kursierten und andererseits auf die Realität ihrer alltäglichen Lebenserfahrungen.

Feminism and the periodical press, 1900-1918 / ed. by Lucy Delap … - London [u.a.] : Routledge, 2006.
Signatur: 1794495-C.Neu.1-3
Zeitschriften waren im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert das wichtigste Medium, um die Ideen der Frauenbewegung in die Gesellschaft hinauszutragen, Organisationen und Netzwerke zu bilden und LeserInnen über klassenmäßige und geographische Grenzen hinweg zu verbinden. Dieses dreibändige Quellenwerk liefert - nach Themen geordnet - zahlreiche Originalbeiträge von feministischen DenkerInnen und AktivistInnen aus der periodischen Presse der angelsächsischen Ländern zwischen 1900 und 1918.

Herkommer, Christina: Frauen im Nationalsozialismus - Opfer oder Täterinnen? : eine Kontroverse der Frauenforschung im Spiegel feministischer Theoriebildung und der allgemeinen historischen Aufarbeitung der NS-Vergangenheit. - München : m press , 2005. - (Forum deutsche Geschichte ; 9 )
Signatur: 1790306-B.Neu
Waren Frauen Opfer oder Täterinnen des NS-Systems? Mit dieser Frage setzt sich die bundesdeutsche Frauenforschung seit den 1970er Jahren im Rahmen der allgemeinen Aufarbeitung der NS-Vergangenheit so kontrovers auseinander, dass sogar von einem "Historikerinnenstreit" die Rede war. Nur zögerlich wurden im Verlauf dieses Diskurses unangenehme Wahrheiten ausgesprochen, blinde Flecken beleuchtet und der Wunsch nach einer "unbeschadeten weiblichen Identität" begraben. Mit der vorliegenden Arbeit von Christina Herkommer wird nicht nur die Debatte zur Rolle von Frauen im Nationalsozialismus nachvollzogen, sondern vor allem eine Einordnung dieser Debatte in die feministische Theoriebildung und die allgemeine Historiographie vorgenommen.

Hucho, Christine: Weiblich und fremd : deutschsprachige Einwanderinnen im Pennsylvania des 18. Jahrhunderts. - Frankfurt am Main ; Wien [u.a.] : Lang, 2005. - (Mainzer Studien zur Neueren Geschichte ; 14)
Signatur: 1799570-B.Neu
Das Pennsylvania des 18. Jahrhunderts war ein "multikulturelles" Land, in dem zahlreiche "Deutsche" lebten. Hucho befasst sich in dieser Dissertation mit dem Spannungsfeld zwischen Assimilation und der Identitätsbewahrung der zu dieser Zeit eingewanderten deutschsprachigen Frauen. Die Lebensverhältnisse der ersten beiden Siedlergenerationen stehen im Mittelpunkt. Beleuchtet wird dabei insbesondere der Kontext von Familie, sozialer Interaktion, Arbeit, Religion und Glaube. Interkulturelle Begegnungen konfrontierten diese Frauen mit ethnisch bedingten, ihnen fremden Verhaltensformen, auf die sie entweder mit Toleranz, Anpassung oder Ablehnung reagierten. Hucho trifft auf sehr heterogene Lebenswelten, innerhalb welcher sie die Dimensionen weiblicher Identität einzuschätzen versucht.

Jaffé, Deborah: Geniale Frauen : berühmte Erfinderinnen von Melitta Bentz bis Marie Curie. - Düsseldorf : Artemis & Winkler, 2006.
Signatur: 1797581-B.Neu
Was haben Geschirrspülmaschine, Scheibenwischer und Kaffeefilter gemeinsam? Es sind Erfindungen von Frauen. Doch viele dieser Erfinderinnen gerieten in Vergessenheit - weil als Patentinhaber häufig die Männer der Tüflterinnen eingetragen wurden. Deborah Jaffé spürt in ihrem Buch eine Vielzahl dieser genialen Frauen auf: von Josephine Cochran über Margarete Steiff bis Marie Curie. Damit trägt sie dazu bei, auf gut lesbare und spannende Art mit dem Vorurteil aufzuräumen, Frauen und Technik seien ein Widerspruch.

Ko, Dorothy: Cinderella's sisters : a revisionist history of footbinding. - Berkeley [u.a.] : Univ. of California Press, 2005.
Signatur: 1795543-B.Neu
Die Verschnürung von Frauenfüßen (footbinding) hat in China eine lange Tradition und ist voll von Widersprüchen. Die Praxis stammt aus der Tanzkultur am chinesischen Hof des Mittelalters und breitete sich von dort bis hin zu bäuerlichen Haushalten aus. Eine Einschätzung dieses Phänomens als rein patriarchales Unterdrückungsinstrument würde, nach Ansicht der Autorin, zu kurz greifen und die über Jahrhunderte gewachsene Verflochtenheit von männlicher Macht und weiblichem Begehren und all ihren Aspekten nicht gerecht werden. Diese "revisionistische" Geschichte zeigt, dass die Frauen selbst ihre und die Füsse ihrer Töchter dieser Prozedur unterwarfen, um damit ihren hohen Status und ihre Selbstachtung zu unterstreichen.

McIntosh, Marjorie Keniston: Working women in English society 1300-1620. - Cambridge [u.a.] : Cambridge Univ. Press, 2005.
Signatur: 1790928-B.Neu
Diese Studie untersucht die vielfältigen und wechselnden Rollen, die englische Frauen in der Marktwirtschaft zwischen 1300 und 1620 spielten. Sie betätigten sich in der Produktion von Waren ebenso, wie bei ihrem Verkauf, im Dienstleistungsbereich, bei Kreditgeschäften und bei der Verpachtung von Grundeigentum. Anhand von Gerichtsakten und mikrohistorischen Studien von fünf Marktzentren beschäftigt sich die Autorin sowohl mit den traditionellen Lehrmeinungen eines "goldenen Zeitalter" der Frauenarbeit als auch mit neueren kritische Forschungsansätzen zur Geschichte der weiblichen Arbeitswelt.

Das Mädchenkonzentrationslager Uckermark : Beiträge zur Geschichte und Gegenwart / Katja Limbächer ... (Hg.) . - 2. Aufl. - Münster : Unrast , 2005.
Signatur: 1791127-B.Neu       Inhalt
Im Frühjahr 1941 wurde das offiziell als "Jugendschutzlager" bezeichnete Mädchenkonzentrationslager Uckermarck in Zwangsarbeit von Häftlingen des Frauenkonzentrationslager Ravensbrück errichtet. 1945 zählte das Lager ca. 1000 Mädchen und junge Frauen. Ein Erlass von 1937 über die "vorbeugende Verbrechensbekämpfung" hatte die Deportation von als "asozial" kriminalisierten Mädchen möglich gemacht. Bis heute kämpfen viele dieser Frauen um ihre Anerkennung als Verfolgte" und um einen, dem Erinnern angemessenen politischen Umgang mit dem Geländes des ehemaligen Mädchen-KZs. Der erschreckende Eindruck der Kontinuität der Diskriminierung dieser Frauen drängt sich dabei auf. Der Sammelband fasst Überlebensberichte, historisches Wissen, neue Recherchen und Forschungsergebnisse zusammen. Darüber hinaus werden anregende Diskussionen um eine mögliche Gestaltung der Gedenkstätte geführt.

Martin, Angela: Ich sah den Namen Bosch : polnische Frauen als KZ-Häftlinge in der Dreilinden Maschinenbau GmbH. - Berlin : Metropol, 2002.
Signatur:1794484-B.Neu
Im Herbst 1944 kommen zwei Transporte mit jeweils etwa 400 polnischen Frauen aus dem KZ Ravensbrück vor den Toren Berlins an. Die Fabrik, für welche das KZ-Außenlager Kleinmachnow eingerichtet wurde, heißt Dreilinden Maschinenbau GmbH und ist ein Tochterbetrieb des Bosch-Konzerns. Sie produziert Zubehör vor allem für Flugzeugmotoren und beschäftigt zuletzt etwa 5000 Personen, darunter 2500 Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge. Angela Martins bemerkenswertes Buch rekonstruiert die Geschichte der Firma und lässt zahlreiche Überlebende des KZ-Außenlagers Kleinmachnow zu Wort kommen. Viele der Frauen, die dort ihrer Freiheit und Rechte, ihrer Arbeitskraft, Gesundheit und Würde beraubt wurden, werden noch heute von der Erinnerung an diese Zeit gequält. Indem Martin die Zwangsarbeit in einer der hochmodernen Rüstungsfabriken der NS-Herrschaft aus der Perspektive dieser Zeitzeuginnen beleuchtet, wird ihr Buch selbst zu einem wichtigen zeitgeschichtlichen Dokument. Das Buch ist in deutscher und polnischer Sprache geschrieben. Hucky Fin Porzner hat die Überlebenden portraitiert.

Pohl, Nicole: Women, space and utopia, 1600-1800. - Aldershot : Ashgate, 2006. - (Women and gender in the early modern world)
Signatur: 1792.257-B.Neu
In dieser ersten ausführlichen Studie über utopische räumliche Imagination von Frauen im 17. und 18. Jahrhundert wird die Beziehung zwischen Identität und sozialem Raum erkundet. Theoretische Debatten über Raum, Gender und "Utopianismus" werden dabei mit historiographischen Debatten über die vergeschlechtlichte soziale Produktion von Raum verbunden. Besonderes Interesse gilt dabei der Art wie Schriftstellerinnen, darunter Lady Mary Wroth, Margaret Cavendish, Mary Astell, Delarivier Manley, Sarah Scott, Mary Hamilton und Lady Mary Montagu, Räume / Orte erkunden, die in zeitgenössischen utopischen Vorstellungen weitgehend hervorragen: Arkadien, Palast, Kloster, Harem und Landhaus.

Pullen, Kirsten: Actresses and whores : on stage and in society. - Cambridge : Cambridge University Press, 2005.
Signatur: 1793883-B.Neu
Das Image der Schauspielerin als Prostituierte verfolgte diesen Beruf seitdem Frauen erstmals ihren Fuß auf die Bühne setzten. Die Autorin erforscht die Geschichte dieser Beziehung sowohl auf der Ebene der kulturellen Vorstellung als auch auf der des realen Lebens. Durch ihre Fallstudien über Frauen, die zwischen dem 17. und 20. Jahrhundert in Großbritannien und den USA gearbeitet haben, zeigt sie, dass einige der Frauen aus der dualen Tradition der "Hure", als Radikale und Opfer schöpften, um einen sexuellen Handlungsspielraum zu schaffen. Darstellerinnen von Elizabeth Boutell über Charlotte Charke bis Mae West redefinierten dabei Gender-Identität und weibliche Sexualität. Pullens Werk zeichnet sich durch seine feministische und kulturelle Perspektive aus.

Rau, Kurt: Augsburger Kinderhexenprozesse 1625-1730. - Wien [u.a.] : Böhlau, 2006.
Signatur: 1795033-B.neu
Augsburg erlebt während des Dreißigjährigen Krieges Kinderhexenprozesse, die in der Bevölkerung Fassungslosigkeit und Entsetzen auslösen. Auch in der Zeit nach dem Westfälischen Frieden von 1648 stehen Augsburger "Kinderhexen" und "Teufelskinder" vor oft rat- und hilflos scheinenden Ratsherren und Richtern. Ausgehend von zeitgenössischen Quellen zeichnet der Autor die in der Zeit von 1625 bis 1730 durchgeführten Kinderhexenprozesse der Reichsstadt nach, in denen 45 Jungen und Mädchen im Alter von sieben bis siebzehn Jahren der Hexerei beschuldigt worden sind. Strafverfahren, in denen harte Strafen verhängt und sogar Todesurteile gefällt wurden. Beleuchtet werden die theoretischen Voraussetzungen für die Hexenverfolgungen in Hexenlehre und Strafrecht wie auch Aspekte der Strafmündigkeit und der "Konzeption von Kind" in Früher Neuzeit. Die politischen, ökonomischen, sozialen und konfessionellen Hintergründe werden deutlich gemacht und die Befindlichkeit der Gesellschaft geschildert.

Ringdal, Nils Johan: Die neue Weltgeschichte der Prostitution. - München [u.a.] : Piper, 2006.
Signatur: 1797635-B.Neu
Zu jeder Zeit und bei allen Völkern gabe es sie, sie gilt als "ältestes Gewerbe der Welt" - und kaum ein Thema erregt soviel Neugier wie die Prostitution. Der schwedische Historiker und Publizist erzählt umfassend und anschaulich die Geschichte der "käuflichen Liebe", schildert die zahlreichen Facetten des Handels mit der Sinnlichkeit von den Tempeldienerinnen der Antike über die Kurtisanen der italienischen Renaissance bis zu den Callgirls unserer Zeit. Die Idee zu diesem Buch ist entstanden, während Nils Johan Ringdal seinen Lebensgefährten, der als Arzt im Auftrag der WHO Untersuchungen zu AIDS unternahm, auf dessen weltweitem Forschungsunternehmen begleitete. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse kombinierte er mit seinen historischen Studien.

Schreiben über Frauen in China : ihre Literarisierung im historischen Schrifttum und ihr gesellschaftlicher Status in der Geschichte / hrsg. von Jianfei Kralle und Dennis Schilling. - Wiesbaden : Harrassowitz, 2004. - (Lun Wen ; 5)
Signatur: 1779174-B.Neu       Inhalt
Die Beiträge dieses Bandes (u.a. von Robert H. Gassmann, Kai Vogelsang, Ulrike Middendorf, Silvia Freiin Ebner von Eschenbach, Daria Berg) möchten Impulse für eine historische Frauenforschung zu China geben, die sich des Werts ihrer zugrunde liegenden Quellen kritisch versichert. (Daher ist der Quellenapparat mit Forschungsliteratur, Index etc. hier besonders ausführlich). Basis waren zwei Tagungen 2002 beim Deutschen Orientalistentag in Bamberg mit dem Fokus der Darstellung der Frau in Texten des chinesischen Altertums (d.i. im ersten vorchristlichen Jahrtausend), ihrem gesellschaftlichen Status und Lebenswirklichkeit, dem politischen Machteinfluss, oder auch der Stellung von Musikerinnen und Tänzerinnen. Es wird auch insgesamt ein differenziertes Bild von Sichtweisen auf Frauen und Handlungsspielräume von Frauen gezeichnet, die das Bild von Frauen als Opfer revidieren.

Stojanovik-Lafazanovska, Lidija: the Exodus of the Macedonians from Greece : women's stories about WW II and their Exodus / Ermis Lafazanovski. - Skopje : "Evro-Balkan" Institute, 2002.
Signatur: 1780200-B.Neu
Aus einer gender-orientierten Perspektive erzählen zehn Frauen die mit dem Exodus der Mazedonier verbundenen Ereignisse während des griechischen Bürgerkriegs. Anders als in früheren historischen und schriftlichen Dokumenten, die größtenteils mit der männlichen Kriegsgeschichte in Verbindung stehen, zeigt sich in der spezifischen Art des Erzählens der Ereignisse durch die am Exodus teilnehmenden Frauen eine andere Weltsicht. Es scheint, dass Frauen trotz ihrer Unsichtbarkeit in historischen Dokumenten in Krisenzeiten die Last der Wahrheit auf sich nehmen. In diesem Kontext wird besonders der Frage nachgegangen, ob Oral History überhaupt der offiziellen Version entsprechen kann, angesichts der Tatsache, dass hier Geschichte in einer "typisch männlichen Gesellschaft" auf eine sehr frauenspezifische Art erzählt wird. Die Antworten sind in den einzelnen Beiträgen selbst zu finden, in der Beziehung zwischen "female story" gegenüber der "male history" und der Macht der von den männlichen Machtzentren unabhängigen subjektiven Selbstdarstellung.

Timmermans, Linda: L'accès des femmes à la culture sous l'Ancien Régime. - Paris : Champion, 2005. - (Champion classiques : Série "Essais" ; 1)
Signatur: 1782.213-B.Neu
Die Thematisierung von Frau und Kultur im Zeitraum vom Ende des 16. bis zu Beginn des 18. Jahrhunderts verlangt eine Auseinandersetzung mit theoretischen Debatten, mit der sozialen Wirklichkeit und der Beziehung zwischen gesellschaftlichen Normen und dem tatsächlich Gelebten. Linda Timmermans bemerkenswerte Studie beleuchtet die vielseitigen Zugänge der Frauen zur Kultur und zu Debatten über diese. Wesentliche Schwerpunkte innerhalb dieses weiten Terrains bilden dabei die Thematisierung des Zugangs von Frauen zum Wissen sowie ihr Platz im intellektuellen und insbesondere im schriftstellerischen Leben. Gleichfalls widmet sich die Autorin der Entwicklung der intellektuellen Auseinandersetzung im 17. Jahrhundert, den Fragen und Konzeptionen zur Rolle der Frau im schriftstellerischen Leben sowie dem intellektuellen Feminismus selbst. Auf der Basis weit reichender Nachforschungen skizziert sie auch den Zugang der Frauen zur religiösen Kultur, wo Frauen insbesondere im Kontext von Gegenreformation, mystischer Propaganda und in der Kontroverse um den Jansenismus und Quietismus eine wichtige Rolle einnehmen. Die Studie zeigt, dass sich Frauen in dieser Epoche auf vielseitigen Gebieten einen Namen machen konnten.

Wolff, Kerstin:"Stadtmütter" : bürgerliche Frauen und ihr Einfluss auf die Kommunalpolitik im 19. Jahrhundert (1860-1900). - Königstein/Taunus : Helmer. - (Aktuelle Frauenforschung)
Signatur:1801721-B.Neu
Die Sicht, dass Frauen in der Kommune des 19. Jahrhunderts keinerlei Einflussmöglichkeiten hatten, blieb in der Forschung lange Zeit unangefochten. Kerstin Wolff führt dieses "Nicht-Wahrnehmen" von weiblichem Einfluss auf die Kommunalpolitik einerseits auf die Geschlechtsblindheit der historischen Stadtforschung bzw. der sie flankierenden Bürgertumsforschung zurück, andererseits auf den zu Grunde gelegten Politikbegriff. In ihrer überarbeiteten Dissertation widmet sie sich neben Theorien und Praxen der kommunalen Selbstverwaltung der Stadt Harburg (heute Hamburg-Harburg) und stellt fest, dass Frauen durchaus Mittel und Wege fanden, die Kommunalpolitik vor Ort in ihrem Sinne zu beeinflussen. Harburg ist nach ihrer These kein Sonderfall, der kommunalpolitische Einfluss von Frauen kann ihrer Meinung nach in jeder größeren Stadt des Kaiserreichs gefunden werden.

© Nationalbibliothek, 2001
last update: 07.07.2006


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