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NewsLetter 82: Frauen- & Geschlechtergeschichte

 
Genozid und Geschlecht : jüdische Frauen im nationalsozialistischen Lagersystem / Gisela Bock (Hg.). - Frankfurt [u.a.] : Campus, 2005.
Signatur: 1805059-B.Neu       Inhalt
Erstmals wird hier in einem deutschsprachigen Band das Leben, Sterben und Überleben jüdischer Frauen in den Lagern des NS-Regimes untersucht: von frühen Konzentrationslagern wie Moringen über Stammlager (Ravensbrück) und Außenlager bis zum Vernichtungslager Auschwitz. Dabei geraten auch andere Gruppen in den Blick: nichtjüdische inhaftierte Frauen, männliche Häftlinge (jüdische wie nichtjüdische) und das weibliche wie männliche SS-Lagerpersonal. Die AutorInnen rekonstruieren aus mündlichen und schriftlichen Zeugnissen die Lagerhierarchie, die Erfahrungen und Wahrnehmungen der Häftlinge sowie die Erfahrung der Frauen von Sexualität und Gewalt und thematisieren auch das Weiterleben der Betroffenen nach dem Holocaust.

Lisner, Wiebke: "Hüterinnen der Nation" : Hebammen im Nationalsozialismus. - Frankfurt [u.a.] : Campus Verlag, 2006. - (Reihe Geschichte und Geschlechter ; 50)
Signatur: 1392373-B.Neu-Per.50
Nach der nationalsozialistischen Ideologie sollte die Geburtshilfe die Gefährdung von Mutter und Kind senken, um die Gesundheit des deutschen Volkes zu bewahren. Das galt freilich nur in Bezug auf "gesunde" und "rassisch reine" Mütter. In diesem Sinne "Hüterinnen der Nation", erfuhren Hebammen seit 1933 nicht nur einen Statusgewinn, ihre Tätigkeit wurde überdies professionalisiert und die Geburtshilfe rationalisiert. Wiebke Lisner untersucht sowohl diesen Aspekt als auch den Alltag der niedergelassenen Hebammen im ländlichen Umfeld. Sie hatten zu den von ihnen betreuten Frauen ein Vertrauensverhältnis aufgebaut und gerieten durch ihren Auftrag, zum Beispiel "erbkranke" Frauen und behinderte Neugeborene an den Amtsarzt zu melden, nicht selten in Gewissenskonflikte.

Lutz, Alexandra: Ehepaare vor Gericht : Konflikte und Lebenswelten in der Frühen Neuzeit. - Frankfurt [u.a.] : Campus Verlag, 2006. - (Reihe Geschichte und Geschlechter ; 51)
Signatur: 1392373-B.Neu-Per.51
Mehr als 400 Ehepaare traten in den Jahren von 1650 bis 1770 in Holstein vor Gericht, um die Trennung von ihrem Ehepartner zu erreichen. Die dort ausgetragenen Konflikte betrafen die Ökonomie der Familie, die eheliche Sexualität, den Lebenswandel des Ehepartners, die Handlungsräume in der Ehe sowie religiöse Differenzen und emotionale Enttäuschungen. Aus den überlieferten Akten lassen sich die Strategien der Eheleute vor Gericht, die zeitgenössischen Diskurse über die Ehe und der Umgang der geistlichen wie weltlichen Obrigkeit mit den streitenden Paaren rekonstruieren. Alexandra Lutz bietet einen umfassenden Einblick in den Alltag der Ehepaare, in ihre Gefühle und Vorstellungen, aber auch in die gesellschaftlichen Erwartungen und Normen jener Zeit.

McIver, Katherine A.: Women, art, and architecture in Northern Italy, 1520-1580. - Aldershot [u.a.] : Ashgate, 2006.
Signatur: 1811549-C.Neu
Katherine McIver betrachtet in diesem Buch eine spezielle Variante des Mäzenatinnentums der Renaissance: die Dekoration des häuslichen Interieurs. Sie zeigt, wie weibliche Sammlerinnen wertvolle Waren anhäuften, um damit die Innenausgestaltung der heimischen Sphäre zu bewerkstelligen. Dabei analysiert sie Inventarlisten weiblichen Eigentums, die sehr variantenreich sein konnten: von künstlerisch ausgestalteten Schachbrettern über bemalte Wandpanele und kostbare Stoffe bis hin zu wertvollen Schmuckgegenständen und Devotionalien. Damit wird auch gezeigt, dass Frauen - vor allem im Kontext der adeligen Höfe - große Macht als Käuferinnen und Benützerinnen von Kunstwerken und innenarchitektonischen Gegenständen besaßen.

Medizin, Geschichte und Geschlecht : körperhistorische Rekonstruktionen von Identitäten und Differenzen / Frank Stahnisch ... (Hg.). - Wiesbaden : Steiner, 2005. - (Geschichte und Philosophie der Medizin ; 1)
Signatur: 1801798-C.Neu       Inhalt
Die Trias Medizin, Geschichte und Geschlecht steckt ein aktuelles Feld kulturwissenschaftlicher Forschung ab. Die Autorinnen und Autoren dieses Sammelbandes präsentieren ihre neuen Forschungsergebnisse, indem sie körperhistorische Rekonstruktionen von Identitäten und Differenzen vornehmen. Hierbei lassen die resultierenden interdisziplinären Perspektiven die Geschichte der Medizin als eine wertvolle Blickrichtung erkennen.

Opitz, Claudia: Um-Ordnungen der Geschlechter : Einführung in die Geschlechtergeschichte. - Tübingen : edition diskord, 2005. - (Historische Einführungen)
Signatur: 1809628-B.Neu
Die Geschlechtergeschichte kann mittlerweile auf eine rund dreißigjährige Entwicklung zurückblicken, die zur Institutionalisierung von Studiengängen und Professuren sowie zu einer Fülle von Einzelstudien und Gesamtdarstellungen führte. Schwerpunkt der hier vorliegenden Einführung ist die Darstellung der deutschsprachigen Diskussion, die aber ständig durch den Blick auf angloamerikanische und europäische Diskussionen ergänzt wird. Themen sind u.a. die Entwicklung der Frauen- zur Geschlechtergeschichte, die Diskussion um die Kategorie "Geschlecht", um "Diskurs vs. Erfahrung", die Kritik an dualistischen Kategorien wie "männlich" - "weiblich", "öffentlich" - "privat", aber auch die Geschichte der familiären Rollen, der Frauenarbeit, der Sexualität, des Feminismus und schließlich die kritische Revision der Geschichtsschreibung, die hier über mehrere Epochen und (Sprach-)Räume hinweg abgehandelt wird.

Queenship and political power in medieval and early modern Spain / ed. by Theresa Earenfight. - Aldershot : Ashgate, 2005. - (Women and gender in the early modern world)
Signatur: 1777747-B.Neu       Inhalt
Anders als das der deutschen, englischen und französischen Herrscherinnen blieb bisher das Leben und die politische Karriere der Königinnen der iberischen Halbinsel für Nicht-SpezialistInnen weitgehend unbekannt. Theresa Earenfight - Historikerin an der Seattle Universität - stellt in diesem Sammelband neue Forschungsergebnisse über die spanischen Königinnen vor. Die Aufsätze stellen dabei drei Aspekte in den Vordergrund: die institutionelle Basis und die politische Praxis, die Religionspolitik und die literarische und künstlerische Repräsentation des Herrscherinnenbildes und der Macht.

Rottloff, Andrea: Lebensbilder römischer Frauen. - Mainz am Rhein : Zabern, 2006. - (Kulturgeschichte der antiken Welt ; 104)
Signatur: 1174544-C.Pap-104
Archäologische Funde aus der gesamten römischen Welt von Britannien bis hin zum Balkan und nach Nordafrika stehen im Mittelpunkt bei der Klärung der Frage, welche Gegenstände römischen Frauen eindeutig zugewiesen werden können und in welchem Kontext diese zu interpretieren sind. Bildliche Darstellungen, Schriftzeugnisse, Schatzfunde, Schmuck, sowie Gräber und Mumien römischer Mädchen und Frauen bilden das umfangreiche Spektrum an Fundmaterialien, welche Einblicke in das alltägliche Leben gewährleisten. Biographien bekannter weiblicher Persönlichkeiten der römischen Epoche wie etwa Hypatia von Alexandria, Livia oder Theodora vermitteln ein Bild der Lebenssituationen von Angehörigen unterschiedlicher Schichten, aber auch die zahllosen namenlosen Römerinnen erhalten durch die Untersuchung sozialer, kulturgeschichtlicher Aspekte nun ein Gesicht.

The Routledge history of women in Europe since 1700 / ed. by Deborah Simonton. - London [u.a.] : Routledge, 2006.
Signatur: 1808306-C.Neu       Inhalt
Die Aufsatzsammlung erlaubt einen fundierten Einblick in die Lebenssituation und die soziale Rolle, die Frauen in West-Europa durch drei Jahrhunderte hindurch spielten. Neue Forschungsergebnisse aus verschiedenen Fachdisziplinen werden hier von renommierten ExpertInnen präsentiert. Der transnationale Ansatz überwindet die bisher im europäischen Raum übliche nationale Frauengeschichtsschreibung. Damit wird der Tatsache Achtung geschenkt, dass politische, wirtschaftliche und geistige Entwicklungen dieses Zeitraums sich nicht an Ländergrenzen hielten - ebenso wenig wie das Leben der Frauen oder das Wechselspiel zwischen Geschlecht und Kultur.

Salber, Linde: Der dunkle Kontinent : Freud und die Frauen. - Reinbek bei Hamburg : Rowohlt Taschenbuch Verlag, 2006.
Signatur: 1804197-B.Neu
Frauen faszinierten Sigmund Freud - und blieben ein "dunkler Kontinent" für den Seelenforscher. Doch sie nahmen tiefen Einfluss auf sein Leben und sein Werk: die liebevoll fordernde Mutter, die hilfreichen Schwestern und Töchter sowie die ihn stützende Ehefrau, aber auch verführerische Patientinnen und emanzipierte Analytikerinnen. Linde Salber, Diplompsychologin und Psychotherapeutin, folgt den Spuren dieser Begegnungen und beleuchtet Werk- und Lebensgeschichte Sigmund Freuds aus ungewohnter Perspektive.

Sahin, Hale: Unter unserem Seelenteppich : Lebensgeschichten türkischer Frauen in der Emigration ; sozialpsychologische Studien. - Innsbruck [u.a.] : StudienVerlag, 2006. - (Psychoanalyse und qualitative Sozialforschung ; 3)
Signatur: 1772562-B.Neu-Per.3
Am 15. Mai 1964 wurde der so genannte "Anwerbevertrag" zwischen Österreich und der Türkei unterzeichnet und tausende Türken machten sich auf den Weg, um ihr Glück zu finden. Doch es waren nicht nur Männer, die als "Gastarbeiter" ins Land kamen, sondern auch Türkinnen, die alleine nach Österreich migrierten und ihre Männer und Kinder vorerst im Heimatland zurücklassen mussten. Es sind Frauenschicksale, die bis heute öffentlich noch kein Gehör gefunden haben. Die Psychologin Hale Sahin, Tochter türkischer Einwanderer, hat diesen Pioniermigrantinnen eine Stimme gegeben und in acht biografischen Studien aufgezeichnet. Es sind in der Tradition der Ethnopsychoanalyse durchgeführte Interviews, die verborgene Lebensgeschichten beleuchten und Frauencharaktere zeigen, die keineswegs der verbreiteten öffentlichen Meinung - unselbständig mundtot, männerabhängig - entsprechen.

Weiße Blicke : Geschlechtermythen des Kolonialismus / Viktoria Schmidt-Linsenhoff ... (Hg.). - Marburg : Jonas Verlag, 2004.
Signatur: 1805440-C.Neu       Inhalt
Die zwölf Bild- und Textlektüren zu Geschlechtermythen des Kolonialismus in Kunst und Literatur vom 17. bis 20. Jahrhundert untersuchen nicht das Bild der Anderen, sondern dessen Funktion für europäische Subjektbildung. Sie sind ein Beitrag zur Kritik an einem Identitätsmodell der Moderne, das umso verbohrter und gewalttätiger auf Autonomie besteht, je abhängiger es von seinem konstitutiven Außen ist. Die AutorInnen weisen nicht nur die Überlagerung von Stereotypen des Rassismus und Sexismus nach, sondern auch deren spielerisch-kontroverse Umdeutung, die subversiv lesbare Bedeutungen hervorbringt. Sie entdecken historische Abweichungen vom rassistisch-sexistischen Mainstream, die - so gering sie auch sein mögen - Ansatzpunkte für eine zukünftige post-koloniale Kultur bieten. Schließlich fragen sie nach der kulturellen und ästhetischen Produktivität der weißen Blicke im Kontext von kolonialen und sexuellen Gewaltverhältnissen.

Women and work culture : Britain c. 1850 - 1950 / ed. by Krista Cowman and Louise A. Jackson. - Aldershot [u.a.] : Ashgate, 2005. - (Studies in labour history)
Signatur: 1794502-B.Neu       Inhalt
Die einzelnen Beiträge befassen sich mit den Erfahrungswerten berufstätiger, britischer Frauen im Zeitraum zwischen 1850 und 1950 und zeigen die Problematik der Assoziationen von Begriffe n wie "Arbeit" mit nunmehr bezahlter Arbeitstätigkeit auf. Der Bereich der Frauenarbeit wurde und wird in Historikerkreisen immer schon sehr kontrovers diskutiert, doch hat durch rezente Studien eine Verlagerung des Untersuchungsschwerpunktes stattgefunden, wodurch auch andere soziale Schichten miteingebunden wurden. Gegenstand der vorliegenden Studie sind das Entstehen von beruflichen Identitäten bei Frauen, die Übernahme typisch männlicher Arbeitsweisen in kultureller, rechtlicher und institutioneller Hinsicht, sowie das Schaffen eigener, rein weiblich geprägter Umfelder. Thematisiert werden auch die Verknüpfung bezahlter Tätigkeiten mit den eigentlichen Haushaltspflichten, das Konzept von weiblicher Karriere und die Einbettung weiblicher Arbeit in die allgemeine sozio-kulturelle Landschaft.

© Nationalbibliothek, 2001
last update: 18.11.2006


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