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ARIADNE-Newsletter 42

Feministische Theorie & Philosophie

Demokratie als Projekt : Feministische Kritik an der Universalisierung einer Herrschaftsform / Gabriele Abels, Stefanie Sifft (Hg.). - Frankfurt / Main : Campus, 1999. - (Reihe "Politik der Geschlechterverhältnisse ; 12)
Signatur: 1456141-B.Neu-Per.12
Demokratie gilt weithin als die beste aller Herrschaftsformen. Feministische Ansätze kritisieren jedoch sowohl alte als auch neue Demokratien als unvollendete Projekte. Die Autorinnen erörtern die Leistungsfähigkeit der "westlichen" feministischen Ansätze für die Analyse von Partizipationschancen auch in "nichtwestlichen" Ländern. Anhand exemplarischer Demokratisierungsprozesse wird untersucht, welche Rückwirkungen das politische Engagement von Frauen und die Geschlechterverhältnisse in nicht-westlichen Kulturen auf die demokratiepraktischen und -theoretischen Begriffe westlicher Feministinnen haben.

Gransee, Carmen: Grenz-Bestimmungen : zum Problem identitätslogischer Konstruktionen von "Natur" und "Geschlecht". - Tübingen : Ed. diskord, 1999. - (Perspektiven ; 13)
Signatur: 1574460-B.Neu
Die Bestimmungen von "gender" und "sex" werden in den Sozial-, Geschichts- und Kulturwissenschaften zunehmend vor dem Hintergrund konstruktivistischer und dekonstruktivistischer Theorieansätze problematisiert. Auch in dem ganz anderen Diskussionskontext der Naturwissenschaften vollziehen sich ähnliche Transformationen. Im Rekurs auf die wissenschaftskritischen Arbeiten von Elvira Scheich und Donna Haraway lassen sich die disziplinübergreifenden epistemologischen Probleme von konstruktivistischen Ansätzen aufzeigen. Gransee nimmt die Kritik an der De-Naturalisierung von "Natur" und "Geschlecht" auf. Im Verschwinden der "Natur" radikalisiert sich der herrschaftliche Zugriff auf sie. Dagegen wendet sich die Autorin. In ihrem Versuch, "Natur" wie "Geschlecht" als erkenntnisregulierende und kritikermöglichende Grenzbegriffe zu bestimmen, versteht sie diese als regulative Ideen im Sinne Kants, die eine notwendige Selbstreflexivität von wissenschaftlichen Konstruktionen in theoretischer wie praktischer Hinsicht gewährleisten können.

Nagl-Docekal, Herta: Feministische Philosophie : Ergebnisse, Probleme, Perspektiven. - Frankfurt am Main : Fischer Taschenbuch Verlag, 2000.
Signatur: 1573011-B.Flu
Unter dem Signet "Feministische Philosophie" wurden die verschiedensten Fragestellungen, Analysen und Ansprüche formuliert. Was ist aus heutiger Sicht ein angemessener Begriff von Feministischer Philosophie? Dieser Frage geht Herta Nagl-Docekal nach, wobei ihr Weg von der Anthropologie über die Ästhetik, Wissenschaftstheorie und Vernunftkritik bis zur politischen Theorie und Rechtsphilosophie führt. Ein leitender Gesichtspunkt ist dabei, Defizite gängiger Thesen zum Thema "Geschlecht" sichtbar zu machen. Ferner wird aufgezeigt, daß es zu unterscheiden gilt, zwischen legitimer Kritik an asymmetrischen Verhältnissen und rhetorisch überzogenen Gegenentwürfen. Mit diesem Buch liegt eine orientierende Zwischenbilanz vor, die neue Perspektiven feministischer Theoriebildung öffnet.

Philosophie und Sex / hrsg. von Philipp Balzer und Klaus Peter Rippe. - München : Deutscher Taschenbuch Verlag, 2000.
Signatur: 1582872-B.Neu
Bereits Schopenhauer mußte "sich darüber wundern, daß eine Sache, welche im Menschenleben durchweg eine so bedeutende Rolle spielt, von den Philosophen bisher so gut wie gar nicht in Betracht genommen ist". Es dauerte allerdings bis zur Protestbewegung der 68er, um eine philosophische Diskussion über Sexualität auszulösen, die seither vor allem im angelsächsischen Raum geführt wird. Dieses Buch führt in die Thematik ein und zeigt, daß sich über alles philosophieren läßt: über Normalität und Perversion, Probleme sexueller Beziehungen, über Prostitution und Pornographie.

Villa, Paula-Irene: Sexy bodies : eine soziologische Reise durch den Geschlechtskörper. - Opladen : Leske + Budrich, 2000. - (Geschlecht und Gesellschaft ; 23)
Signatur: 1571394-B.Neu
In diesem Einführungs- und Handbuch werden aktuelle soziologische (handlungstheoretische, phänomenologische und diskurstheoretische) sowie feministische Perspektiven auf den Körper rekonstruiert. Bei der synthetischen Zusammenführung geht es vor allem um eine kritische Auseinandersetzung mit Erträgen, Grenzen und Verkürzungen der jeweiligen Perspektiven, insbesondere um das gesellschaftstheoretische Defizit gegenwärtiger (sozial-)konstruktivistischer Analysen. Mit Bourdieu und Kreckel werden Vergeschlechtlichungsprozesse, die den Körper formen und das leibliche Erleben des Geschlechts beeinflussen, auch als durch die soziale Ungleichverteilung gesellschaftlicher Ressourcen geprägte Prozesse begriffen.

Die Welt zur Welt bringen : Politik, Geschlechterdifferenz und die Arbeit am Symbolischen / Diotima u.a. Hrsg., übers. und komm. von Andrea Günter ... - Königstein/Taunus : Helmer, 1999. - (Aktuelle Frauenforschung)
Signatur: 1577334-B.Neu
"Was ist Feminismus? Für Karrierefrauen eine Möglichkeit, beim Kampf um Posten und Profit ganz oben mitzumischen. Für Postfeministinnen Schnee von gestern. Für traditionelle Feministinnen der Kampf gegen das Patriarchat. Für Frauenbeauftragte ein Beruf. Für Girlies eine Mode, die entweder in oder out ist". Die Autorinnen diese Bandes bieten eine Alternative: Feminismus ist eine Methode der praktischen Philosophie, die sich ohne ideologische Scheuklappen aus Lebenserfahrungen von Frauen nährt und so Antworten auf Sinnfragen der Gegenwart findet - die für alle Menschen wertvoll sind. (Umschlagtext)

Zizek, Slavoj: Sehr innig und nicht zu rasch : zwei Essays über sexuelle Differenz als philosophische Kategorie. - Wien : Turia und Kant, 1999. - (Wo es war ; 12)
Signatur: 1404066-B.Neu-Per.12
Hat die Psychoanalyse in den gegenwärtigen philosophisch-politischen Debatten über den Feminismus noch etwas zu sagen? Das vorliegende Buch enthält zwei Eingriffe, die zu beweisen trachten, daß die Antwort auf diese Frage ein entschiedenes "Ja"" ist: der erste, ein kritischer Dialog mit Judith Butler, konzentriert sich auf die Politik der sexuellen Differenz, während der zweite die Strukturen der Subjektivität, die von den weiblichen und männlichen Positionen gedeutet werden, Punkt für Punkt herausarbeitet.

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