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ARIADNE-Newsletter 42

Biographisches & Erlebnisberichte

Andics, Hellmut: Die Frauen der Habsburger. - Wien : Ueberreuther, 1999.
Signatur: 1569568-C.Neu
Kaiserinnen und Königinnen aus fast sieben Jahrhunderten sind Gegenstand dieses Bildbandes. Sie haben das Herrschergeschlecht der Habsburger durch die Weltgeschichte begleitet und waren oft genug nur Schachfiguren im Spiel der Staatsräson, manchmal aber nahmen sie auch ganz bewußt ihr Schicksal und das ihrer Länder in die Hand. Der Bogen reicht von Gertrud von Hohenberg, der ersten Habsburgerkönigin, bis herauf zu Zita von Bourbon-Parma, der letzten Kaiserin unter dem Doppeladler. Ein Blick auf die lebenden zeigt Frauen der Habsburger heute, u.a. Regina Habsburg, seit Zitas Tod die Erste Dame des Hauses, und Francesca Habsburg, Ehefrau des Kaiserenkels Karl.

Beuys, Barbara: Blamieren mag ich mich nicht : das Leben der Annette von Droste-Hülshoff. - München : Hanser, 1999.
Signatur: 1578581-B.Neu
Eine umfassende Biographie über Annette von Droste-Hülshoff, einer Frau im 19. Jahrhundert, die unbeirrbar dem äußerlich geregelten, von Krankheit gezeichneten Leben große Literatur abgerungen hat. Im Spannungsfeld zwischen der adlig-frommen Herkunft und dem kritischen politischen Bewußtsein, zwischen der westfälischen Landschaft und der zweiten, südlichen Heimat am Bodensee, nahm die Droste ihre inneren Konflikte und Widersprüche als Herausforderung an: anstatt über Umstände und Rollenzwänge zu jammern, erkämpfte und verteidigte sie beharrlich und listig den Freiraum für persönliche Eigenheiten und für ihre schriftstellerische Arbeit.

Blei, Franz: Glanz und Elend berühmter Frauen / hrsg. von Rolf-Peter Baacke. - Hamburg : Europäische Verlagsanstalt, 1998.
Signatur: 1571941-B.Neu
Aus den verschiedenen Büchern, die Franz Blei den Frauen gewidmet hat, stellt Rolf-Peter Baacke eine Galerie von Frauengestalten zusammen: legendäre Frauen und typische Frauen, heilige und königliche Frauen, Ehefrauen, Gefährtinnen und göttliche Frauen. Frauengestalten, in denen sich Schönheit und Tugend, Adel und Laster, Macht, Verstand, Leidenschaft, Haß und Liebe verkörpern. Frauenschicksale, die ganze Zeitalter an uns vorbeiziehen lassen.

Bruck, Edith: Wer dich so liebt : Lebensbericht einer Jüdin. - Berlin : Wagenbach, 1999.
Signatur: 1571357-B.Neu
Edith Bruck wurde 1932 in einem ungarischen Dorf geboren und 1944 nach Auschwitz deportiert. Nach der Befreiung in Bergen-Belsen emigrierte sie nach Israel und lebt seit 1954 in Italien. Der bewegende autobiographische Bericht, in Italien Schullektüre, wurde in viele Sprachen übersetzt und erscheint hier seit 38 Jahren zum erstenmal wieder auf Deutsch.

Dally, Peter: Virginia Woolf : the marriage of heaven and hell. - London : Robson, 1999.
Signatur: 1572544-C.Neu
Der Psychiater Peter Dally - gleichermaßen fasziniert von Virginia Woolfs Leben und Werk - wirft ein Licht auf die dunkle Seite der Schriftstellerin: auf die Depression, unter der sie ihr Leben lang gelitten hat. Im ruhigen Privatleben wurden ihre wiederkehrenden depressiven Anfälle abgepolstert, aber das Leben in der Öffentlichkeit exponierte sie so sehr, daß sie dreimal richtiggehend verrückt wurde. Diese Erfahrung war in einem Ausmaß bedrohlich für sie, daß sie immer in der Angst vor einem neuen Anfall lebte. Andererseits haben diese Erfahrungen ihr eine außergewöhnliche Einsicht, neue Ideen und Assoziationen für ihr Schreiben verliehen.

Du bist mir Vater und Bruder und Sohn : Bettine von Arnims Briefwechsel mit ihrem Sohn Freimund. - Göttingen : Wallstein-Verl., 1999. - (Bettine von Arnims Briefwechsel mit ihren Söhnen ; 1)
Signatur: 1572200-B.Neu.1
Bettine von Arnim hat mit ihren Söhnen Freimund, Friedmund und Siegmund über viele Jahre hinweg intensiv korrespondiert. Die Briefe geben Aufschluß über die privaten Lebensumstände und enthalten wertvolle Informationen über ihr literarisches Werk und ihre politischen Aktivitäten. Diese kultur- und sozialgeschichtlich interessanten Zeugnisse waren bislang fast ausnahmslos unbekannt; sie werden hier erstmals in einer sorgfältig kommentierten Ausgabe zugänglich gemacht. Der erste Band enthält Bettine von Arnims Briefwechsel mit ihrem ältesten Sohn Freimund.

Frauen des Jahrhunderts : vierzehn unvergessene Lebensbilder / hrsg. von Christiane Naumann. - München : Goldmann, 1999.
Signatur: 1571035-B.Neu
Der Band versammelt vierzehn unvergessene Schicksale in einfühlsamen Darstellungen: Frauen wie Marlene Dietrich, Marie Curie, Mutter Teresa, Rosa Luxemburg und Indira Gandhi - Lebensbilder, die ihre Zeit entscheidend prägten.

Goethes Gretchen : das Leben und Sterben der Kindsmörderin Susanna Margaretha Brandt / nach den Prozeßakten dargestellt von Siegfried Birkner. - Frankfurt am Main : Insel, 1999. - (Insel Taschenbuch ; 2563)
Signatur: 1575516-B.Neu
"Der Prozeß gegen die Dienstmagd Susanna Margaretha Brandt ist eines der aufregendsten Ereignisse im Frankfurt des jungen Goethe, obwohl es sich um einen ganz gewöhnlichen Fall handelt: Ein junges 24 Jahre altes Mädchen (...) aus der untersten Schicht einer im damaligen Frankfurt streng gegliederten und wohlhabenden Gesellschaft wird regelrecht verführt, täuscht ihre Umgebung über ihre Schwangerschaft, bringt heimlich ein Kind zur Welt und tötet es aus Angst und Verzweiflung. (...) Prominenter Zeuge des Prozesses gegen Susanna Margaretha Brandt war Johann Wolfgang Goethe. Er ist zu dieser Zeit gerade von den juristischen Studien an der Universität Straßburg (...) in seine Vaterstadt zurückgekehrt und läßt sich dort mit 22 Jahren als Rechtsanwalt nieder." (aus der Einführung) Das Schicksal der Kindsmörderin soll den Dichter so berührt haben, daß er es für die Gretchen-Tragödie im "Faust" übernahm.

Hässner, Wolfgang: Anna Achmatowa. - Reinbek bei Hamburg : Rowohlt Taschenbuch Verlag, 1998. - (Rowohlt Monographien ; 50563).
Signatur: 1571300-B.Neu
Anna Achmatowa gehört zu den sprachmächtigsten Lyrikerinnen des 20. Jahrhunderts. In ihrer Heimat wurde die russische Dichterin zunächst gefeiert und gerühmt, später dann von der stalinistischen Kulturpolitik ausgegrenzt und öffentlich geschmäht. Heute jedoch ist ihr künstlerischer Rang unbestritten. Tief verwurzelt in den Traditionen der europäischen Kulturgeschichte, schuf Anna Achmatowa mit ihren Gedichten und Essays einen Beitrag zur literarischen Moderne, dessen Bedeutung erst in jüngster Zeit, nach dem Ende der Sowjetunion, in vollem Umfang erkannt wird.

Jack, Belinda: George Sand : a woman's life writ large. - London : Chatto & Windus, 1999.
Signatur: 1575742-C.Neu
George Sand (Aurore Dupin, 1804-1876) war eine Bestseller-Schriftstellerin und hatte in ihrer Zeit nur durch Victor Hugo Konkurrenz. Sie war - obwohl in einem Kloster erzogen - wegen ihres exzessiven Lebens (sie liebte Zigarren und kleidete sich oft als Mann) mindestens genauso bekannt wie wegen ihrer Werke. Tochter einer Prostituierten und eines Aristokraten, wuchs sie in einem wachen Bewußtsein für soziale Ungerechtigkeit und Vorurteile auf. Sie trat für die Gleichberechtigung der Geschlechter ein und betrachtete die Ehe als "barbarische Institution". Ihre langjährige konfliktreiche Beziehung zu Chopin war nur eine von vielen Affären mit prominenten Persönlichkeiten, ihre leidenschaftlichste Liebe galt allerdings einer schönen Schauspielerin.

Jena, Detlef: Die Zarinnen Russlands (1547-1918). - Regensburg [u.a.] : Pustet [u.a.], 1999.
Signatur: 1566438-B.Neu
Mit diesem Buch liegt eine erste umfassende deutschsprachige Darstellung des Leens aller Regentinnen, Kaiserinnen, Zarenfrauen und Zarenwitwen der regierenden Dynastien des Russischen Reiches vor. Der Blick auf das private und öffentliche Schicksal der Zarinnen wird so manche eingefahrene Sicht auf die Geschichte des Russischen Reiches verändern.

Kauffmann, Angelika: Briefe einer Malerin / ausgewählt, kommentiert und mit einer Einleitung von Waltraud Maierhofer. - Mainz : Dieterich, 1999. - (Excerpta classica ; 17)
Signatur: 1328480-A.Neu-Per.17
Diese Auswahl von 53 Briefen (teilweise bisher unveröffentlicht) präsentiert die weltgewandte und selbstbewußte Malerin, mit Vorarlberger Wurzeln ("die vielleicht cultivierteste Frau Europas", "the whole world is angelicamad") als Korrespondentin illustrer ZeitgenossInnen wie Klopstock, Goethe oder Anna Amalia von Sachsen-Weimar-Eisenach. Sichtbar wird auch ein länderweit gespanntes Netzwerk von Frauen, die sich gegenseitig in ihren schöpferischen Tätigkeiten förderten.

Kurzweil, Edith: Briefe aus Wien : jüdisches Leben vor der Deportation. - Wien : Turia + Kant, 1999.
Signatur: 1571774-B.Neu
Die "Briefe aus Wien" sind Briefe einer Mutter an ihre Tochter, geschrieben in den Jahren 1940-1941. Die Tochter hate noch rechtzeitig aus Wien in die USA ausreisen können. Die Mutter war in Wien zurückgeblieben im Glauben, daß hier ein, wenn auch schwieriges, Weiterleben oder ein späteres Nachkommen möglich sei. Der Kontakt bricht mit der Deportation der Mutter ab. Die Briefe dokumentieren nicht nur ein jüdisches Einzelschicksal. In die Alltagsberichte, die Sorge um das Wohlergehen der anderen und die Hoffnung auf ein Wiedersehen mischt sich zunehmend die Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung unter den immer drückender werdenen Einschränkungen für die Juden unter der Nazi-Gesetzgebung.

Leiser, Barbara: "Unabhängig sein ist mein heißester Wunsch" : Malwida von Meysenbug. - München [u.a.] : Econ & List, 1998.
Signatur: 1575023-B.Neu
Malwida von Meysenbug ist eine der Aktiven der 48er Revolution in Deutschland - und sie ist eine der wenigen, die Demokratisierung und Freiheit nicht nur auf die Männer bezog, sondern auch auf die Frauen. Sie will sie befreien von "christlichem Dogma, Konvention und Familie". Eine unerhörte Forderung für eine Tochter aus adeligem Haus, deren Vater geheimer Kabinettsrat und später Staatsminister am Hofe des Kurfürsten von Hessen-Kassel war. Malwida von Meysenbug war eine sehr gebildete, im Leben wie im Denken unabhängige Frau. Ihre Biographie ist gekennzeichnet von dem Konflikt, ihr persönliches Glück mit ihren moralischen und politischen Ansprüchen zu verbinden. Trotz aller Schwierigkeiten und Rückschläge hat sie nie aufgehört, für ihre Überzeugung zu kämpfen, daß den Frauen das Recht auf Selbstbestimmung zusteht.

Marny, Dominique: Die Schönen Cocteaus : Biographie. - Hamburg : Europäische Verlagsanstalt, 1999.
Signatur: 1574421-B.Neu
Jean Cocteau war zeitlebens umgeben von Bewunderern und Scharen von schönen jungen Männern; sein Verhältnis mit dem Schauspieler Jean Marais wurde Legende. Und dennoch waren es die Frauen, die eine wichtige und bestimmende Rolle in seinem Leben und Werk gespielt haben: Als Gefährtinnen oder Geliebte, Musen oder Mäzenatinnen haben sie seinen Lebensweg begleitet und ihm einen eigenen Glanz verliehen. Angefangen mit der unnahbaren vergötterten Mutter über Gesprächspartnerinnen wie die Dichterinnen Anna de Noailles und Louise de Vilmorin, über seine berühmten Begleiterinnen in der Pariser Gesellschaft Colette und Coco Chanel, Förderinnen und Mäzenatinnen wie Francine Weisweiller bis hin zu der großen unerfüllten Leidenschaft zur Prinzessin Natalie Paley.

Meixner, Gabriele: Auf der Suche nach dem Anfang der Kultur : Marie E. P. König ; eine Biographie. - München : Frauenoffensive, 1999.
Signatur: 1574602-B.Neu
Die Urgeschichtsforscherin Marie E. P. König (1899-1988) hat die Auffassung der etablierten Wissenschaft widerlegt, die eiszeitliche Kunst sei Ausdruck von Jagdzauber und Fruchtbarkeitsmagie. Aus den künstlerischen Hinterlassenschaften der Urmenschen schloß sie vielmehr auf deren Bemühen, sich in Raum und Zeit zu orientieren und ihr Weltbild in Symbolen zu fassen. So deutete Marie König die Tierbilder und abstrakten Zeichen der Höhlenkunst wie die Malereien von Lascaux in Zusammenhang mit einem Mondkalender. In der Frauenbewegung wurde ihre Interpretation der altsteinzeitlichen Frauenstatuetten und der Vulvasymbolik mit großem Interesse aufgenommen. Laut König waren die Frauenfiguren Trägerinnen eines frühen Weltbildes, die Vulvadarstellungen Ausdruck eines Wiedergeburtglaubens.

Pargner, Birgit: Charlotte Birch-Pfeiffer (1800-1868) : eine Frau beherrscht die Bühne ; eine Ausstellung im Deutschen Theatermuseum München vom 19. November 1999 bis zum 20. Februar 2000. - Bielefeld : Aisthesis Verlag, 1999.
Signatur: 1573556-B.Neu
Charlotte Birch-Pfeiffer war nicht nur Schauspielerin sondern mit ihren über hundert Bühnenwerken die meistgespielte Dramatikerin des 19. Jahrhunderts im gesamten deutschen Sprachraum. Seit 1828, dem Jahr ihres ersten Bühnenstücks, okkupierte diese "Hedwig Courths-Mahler des deutschen Theaters" - um eine posthume Etikettierung für die Erfolgsautorin aufzugreifen - nahezu ein halbes Jahrhundert lang das deutschsprachige, zensurüberwachte Repertoire, und zwar sowohl auf den Hof- und Nationalbühnen als auch auf den Bühnen der kommerziellen Volks- und Privattheater.

Rahmeyer, Ruth: Bester Vater! : Briefe der Ulrike von Pogwisch an Goethe. - Berlin : Edition Leipzig, 1999.
Signatur: 1577686-B.Neu
Ulrike von Pogwisch war die jüngere Schwester von Goethes Schwiegertochter Ottilie. Zehn Jahre lebte sie in Goethes Haus am Frauenplan - als geschätztes Mitglied der Familie, als Gegenstand seiner Courtoisie und liebevollen Fürsorge, seine Gesprächsrunden und Spazierfahrten belebend. Sie durfte ihn "Vater" nennen und besaß das Privileg, in seinem Arbeitszimmer zu sitzen, während er diktierte. Die Briefe, die beide in diesen Jahren wechselten, zeigen die Vertrautheit, in der sie miteinander umgingen. Ulrikes Briefe werden hier zum ersten Mal transkribiert veröffentlicht.

Starke Frauen : elf eigenwillige Lebensbilder / hrsg. von Stefan Bollmann und Christiane Naumann. - München : Goldmann, 1999.
Signatur: 1571031-B.Neu
Elf berühmte literarische Stimmen zeichnen elf eigenwillige Lebensbilder über folgende Frauen: Mulia Margaret Cameron, Lola Montez, Veuve Clicquot, Colette, Clärenore Stinnes, Lotte Lenya, Tamara de Lempicka, Sophie Scholl, Gisèle Freund, Beate Klarsfeld und Margaret Thatcher.

Vordenkerinnen : zehn außergewöhnliche Lebensbilder. - München : Goldmann, 1999.
Signatur: 1574085-B.Neu
Zehn Porträts übe die großen Vordenkerinnen unseres Jahrhunderts: Sophie Mereau-Brentano, Bozena Nemcová, Lou Andreas-Salomé, Gertrude Stein, Frantiska F. Plaminková, Djuna Barnes, Hannah Arendt, Simone de Beauvoir, Flannery O'Connor, Toni Morrison.

"Wer wird die nächste sein?" : die Leidensgeschichte einer Sintezza, die Auschwitz überlebte / Anna Mettbach ; Josef Behringer. - Frankfurt a. M. : Brandes und Apsel, 1999.
Signatur: 1573847-B.Neu
Anna Mettbach wird als Sintezza nach Auschwitz deportiert, zur Zwangsarbeit für Siemens in Wolkenburg (Sachsen) verschleppt und auf den Todesmarsch ins KZ Dachau getrieben. Sie überlebt und berichtet mehr als ein halbes Jahrhundert später darüber. Doch die Geschichte ihrer Leiden ist 1945 nicht zu Ende: jahrzehntelang kämpft sie um die Durchsetzung ihres Rechtsanspruchs auf Entschädigung. Josef Behringer zeichnet exemplarisch an den Verschleppungsstrategien gegenüber den Ansprüchen der Verfolgten nach, was Ralph Giordano als "zweite Schuld" kennzeichnete. So ist das Buch auch ein Beitrag zur Diskussion um Entschädigung für die Opfer des Nationalsozialismus.

Winter, Helmut: Viginia und Leonard Woolf. - Berlin : Rowohlt, 1999. - (Paare)
Signatur: 1577847-B.Neu
Dreißig Jahre hielt die Ehe zwischen Leonard und Virginia Woolf; selbst die Affäre mit der extravaganten Aristokratin Vita Sackville-West konnte sie nicht gefährden. Aufgewachsen in intellektueller Freiheit und finanziell gut abgesichert, gehörte Virginia zum engeren Kreis der libertären Bloomsbury-Gruppe, als sie den "mittellosen Juden" Leonard Woolf kennenlernte. Er entstammte einer orthodoxen aufstrebenden Familie und hatte sich als Kolonialbeamter in Ceylon ausgezeichnet. Sie war für ihn die Verkörperung "des Genies schlechthin", er ihr "unverletzlicher Mittelpunkt". Sie macht Karriere als Schriftstellerin, er war politischer Journalist, ein gefragter Redner und beriet die Labour Party. Gemeinsam gründeten sie die Hogarth Press, in der sie sich selbst und klassiche Autoren der Moderne wie T. S. Eliot, Italo Svevo und Robinson Jeffers verlegten.

Wunderlich, Dieter: EigenSinnige Frauen : zehn Porträts. - Regensburg : Pustet, 1999.
Signatur: 1576310-B.Neu
Zehn außergewöhnliche Frauen, die nicht bereit waren, ein Schicksal passiv zu erdulden oder sich gesellschaftlichen Erwartungen widerstandslos zu unterwerfen. Statt dessen verfolgten sie mit Energie und Ausdauer ihre persönlichen Ziele - auch wenn sie für diesen EigenSinn einen Preis zahlen mußten: Johanna von Orléans, Maria Ward, Maria Sibylla Merian, Madame de Pompadour, Rahel Varnhagen, Marie Curie, Coco Chanel, Frida Kahlo, Simone de Beauvoir, Ulrike Meinhof.

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