Benstock, Shari: Ich gehe meinen Weg : das Leben der Edith Wharton. - München : Goldmann, 1995. - (Goldmann ; 42974 : Frauenleben)
Georgiadou, Areti: "Das Leben zerfetzt sich mir in tausend Stücke" : Annemarie Schwarzenbach ; eine Biographie. - Frankfurt, Main [u.a.] : Campus, 1996.
Signatur: 1456369-B.Neu
1908 als Tochter einer der reichsten und mächtigsten Familien der damaligen Schweiz geboren, bietet ihr das Leben alle Privilegien. Sie wird eine der ersten Frauen sein, die sich alle männlichen Freiheiten nimmt: die Freiheit der Selbstverwirklichung, der Individualität, der Autonomie und des Abenteuers der Wüste. Mit ihren Reiseberichten macht sie sich schon bald einen Namen. Mit 22 Jahren veröffentlicht sie ihren ersten Roman. Obwohl nicht selbst bedroht folgt sie ihren Freunden Erika und Klaus Mann ins Exil in die USA, wo sie u.a. auch Carson McCullers kennenlernt. Sie selbst begreift sich als Heimatlose, Entwurzelte - ständig auf der Flucht vor der glänzenden Fassade ihres Elternhauses, vor der dominanten, zerstörerischen, wenn auch geliebten Mutter, die gewisse Sympathien für den Nationalsozialismus hegte. Sanatoriumsaufenthalte und auch leidvolle Erfahrungen mit der Psychiatrie belasten ihr Leben. Nach ihrem tragischen, tödlichen Radunfall vernichtet die Mutter einen großen Teil der privaten Aufzeichnungen.
Horst, Eberhard: Geliebte Theophanu : deutsche Kaiserin aus Byzanz. - München [u.a.] : List, 1995.
Signatur: 1446084-B.Neu
Die zwölfjährige byzantinische Prinzessin Theophanu reiste im Jahre 972 nach Rom, um dort mit dem weströmischen Kaisersohn Otto II. vermählt zu werden, der schon im Jahr darauf die Nachfolge seines Vaters antrat. Nach dem frühen Tod ihres Gatten übernahm Theophanu 983 für ihren erst dreijährigen Sohn Otto III. die Regentschaft, die sie bis zu ihrem eigenen Tod (991) erfolgreich ausübte. Sie wurde ihrer Aufgabe, die Bande zwischen Ost- und Westrom zu stärken, auf vorbildliche Weise gerecht.
Julius, Annette: Lidija Cukovskaja : Leben und Werk. - München : Sagner, 1995. - (Arbeiten und Texte zur Slavistik ; 60). - Gedichte und Zitate teilw. in russ. Sprache. - Zugl.: Köln, Univ., Diss., 1995
Signatur: 1128491-B.Neu-Per.60
Das Leben und Schicksal der russischen Schriftstellerin ist eng verwoben mit dem Schicksal ihres Landes. Sie durchlebte alle Phasen, durch die die russische Kultur im 20. Jahrhundert bis zum heutigen Tage gegangen ist, erlebte, überlebte und hielt für die Nachwelt alles in literarischen und dokumentarischen Werken fest. Am Beginn des 20. Jahrhunderts stand der intensive, lebendige Austausch in kreativen, weltoffenen KünstlerInnenkreisen, später die Erfahrung der totalen Unterdrückung und drohenden Vernichtung in den dreißiger Jahren, die Flucht vor den deutschen Truppen, die Hoffnung auf eine grundsätzliche Erneuerung der Gesellschaft zur Zeit des Tauwetters und die darauffolgende Desillusionierung, der Abtrennung von ihrer LeserInnenschaft. Die Perestrojka erlaubt ihr die Rückkehr in die sowjetische Öffentlichkeit. Die Schriftstellerin erwies sich mit ihrer individuellen Geisteshaltung als außergewöhnliche Persönlichkeit mit beispielloser moralischer Autorität. Vielfältig ist auch ihr literarische Oeuvre: Gedichte, biographische Abrisse, literaturkritische Artikel, Aufsätze und Monographien, Memoiren, Tagebücher etc. Ein nach Gattungen geordneter, chronologischer und kommentierter Werküberblick, Sekundärliteratur und ein Personenregister komplettieren diese Werkbiographie.
Kaus, Gina: Katharina die Große : Biographie. - München : Langen Müller, 1995.
Signatur: 1447093-B.Neu
Gina Kaus, die in Wien geborene und in die USA emigrierte Schriftstellerin (gestorben 1985 in Kalifornien), legt hier mit psychologischer Meisterschaft ein Porträt Katharinas vor. Nach einer schwierigen Kindheit und Anfangszeit am russischen Zarenhof, in der sie mit Vorliebe die Schriften der französischen Aufklärer liest, entwickelt sie sich zu einer Herrscherin mit eisernem, unerschütterlichem und geradlinigem Bittermann-Willen. Sie läßt 1762 ihren Gemahl, Peter III., stürzen und sich zur Zarin ausrufen. Sie wird vom Klerus verehrt, vom Volk geliebt. 1767 wird ihr von der gesetzgebenden Kommission der Titel "die Große" und "Mutter des Vaterlandes" verliehen.
Köhler, Joachim: Friedrich Nietzsche und Cosima Wagner : die Schule der Unterwerfung. - Berlin : Rowohlt, 1996. - (Paare)
Signatur: 1454209-B.Neu
Er, der Prophet des Übermenschen, sie, die strenge Gralshüterin - so kennt man diese beiden unverwechselbaren Charakterdarsteller auf der Kulturbühne des 19. Jahrhunderts. Alles, was sie unternahmen stand im Zeichen ihres Abgottes Richard Wagner. Diese gemeinsame Leidenschaft für einen Dritten ließ zwischen beiden eine Beziehung entstehen, die in der Literatur bisher mit Schweigen übergangen wurde. Nietzsche schloß sich dem "Wagnerischen" Kulturkampf an und übernahm auch dessen antisemitische Strömungen. Er nannte Cosima Wagner "Ariadne" und machte sie zum Mittelpunkt eines Mythos, in dem er sich die Rolle ihres göttlichen Bräutigams Dionysos reservierte - der auch in etlichen seiner Schriften einen Niederschlag fand. Später wurde er aus dem "Gral" verbannt, als er sich von Wagner "emanzipieren" wollte. "Im Verhältnis zu mir habe ich ihre Ehe mit Wagner immer nur als Ehebruch interpretiert" (Zitat Nitzsche über Cosima Wagner). Als er ins Irrenhaus Jena eingeliefert wurde, sagte er vieldeutig: "meine Frau Cosima hat mich hierher gebracht".
Lord, James: Außergewöhnliche Frauen, sechs Porträts. - München : Matthes & Seitz, 1995.
Signatur: 1449168-B.Neu
Es sind sehr private, einfühlsame Porträts, die der in Paris lebende Autor der High Society hier zeichnet. Er hat diese sechs außergewöhnlichen Frauen alle gekannt: Gertrude Stein & Alice B. Toklas; Arletty; Marie-Laure de Noailles; Errieta Perdikidi und schließlich seine Mutter: Louise Bennett Lord. Er erzählt von der Hingabe von Alice B. Toklas an die Schriftstellerin Gertrude Stein; von der französischen Schauspielerin Arletty, der man ihre Kriegssünde - einen deutschen Offizier zu lieben - nie verzieh (Zitat 1944: "mein Herz ist französisch, aber meine Unterseite ist international"); von der unabhängigen Sozialrebellin und Kunstsammlerin Marie-Laure de Noailles; von der mutigen, reichen Errieta Perdikidi, die aus Liebe im griechischen Bürgerkrieg alles verlor.
Sinjen, Sabine: Schauspielerin : Aufzeichnungen aus meinem Leben ; mit einem Verzeichnis sämtlicher Film-, Fernseh- und Theaterrollen Sabine Sinjens / mit Christiane Landgrebe; zusammengest. von Michael Wenk. - Bergisch Gladbach : Lübbe, 1995.
Signatur: 1452269-B.The
Sie war der Liebling des deutschen Films der fünfziger Jahre. Aber das war ihr nicht genug. Sie suchte das Neue, das Experiment, das Abenteuer, die berufliche Herausforderung. Vom frühreifen Kinostar wurde sie zur großen Bühnenschauspielerin und Charakterdarstellerin. Trotz ihrer heimtückischen Krankheit und der ständigen Konfrontation mit dem Tode arbeitet sie weiter am Theater. Ihre letzte beeindruckende Rolle ist "Die geliebte Stimme" von Jean Cocteau, die ein sensationeller Erfolg wurde.
Stern, Carola: Isadora Duncan und Sergej Jessenin : der Dichter und die Tänzerin. - Berlin : Rowohlt, 1996. - (Paare)
Signatur: 1454208-B.The
1922 heiraten Isadora Duncan und der russische Dichter, verlassen Sowjetrußland und ziehen durch die Luxushotels Europas und Amerikas. Die Medien haben gerade den Starkult entdeckt, und die "Love-Story" zwischen diesen beiden ist für sensationelle Aufmachung geeignet wie kaum eine zweite: die siebzehn Jahre ältere amerikanische Tänzerin, die den Tanz revolutionieren und aus seiner aristokratischen Erstarrung befreien wollte, und der junge Dichter aus Moskau, ein Dandy, ein Trinker und ein Entwurzelter. 1925 nimmt sich Jessenin in St. Petersburg das Leben. 1927, in Nizza, verfängt sich der lange rote Schal der Duncan in den Radspeichen eines Bugatti und bricht ihr das Genick.
Szajn-Lewin, Ewgenija: Aufzeichnungen aus dem Warschauer Ghetto : Juli 1942 bis April 1943. - Dt. Erstveröff. - Leipzig : Reclam, 1994. - (Reclam-Bibliothek ; 1497)
Signatur: 1102092-B.Neu-Per. 1497
Die Journalistin (geb. 1909) hat in der Hölle des Warschauer Ghettos gelebt. Sie beschreibt einen grausigen Alltag: die vermeintlich lebensrettende Arbeit in einer Strumpffabrik, immer neue Blockaden, Selektion und Deportation, schließlich die Liquidierung. Anfang 1943 gelingt die Flucht auf die "arische Seite", im September 1944 kommt sie während des Warschauer Aufstands ums Leben. Ihre Zwillingsschwester, die heute in Tel Aviv lebt rettet das Manuskript.
Wolf, Christa: Monsieur - wir finden uns wieder : Briefe 1968 - 1984 / Christa Wolf ; Franz Fühmann. - Berlin : Aufbau-Verlag, 1995.
Signatur: 1456248-B.Neu
Ein politischer und ein Arbeitsbriefwechsel, der die Diskussionen unter den kritischen Künstlern und Intellektuellen der DDR widerspiegelt und einen Eindruck vom Zusammengehörigkeitsgefühl vermittelt, das weit über eine Notgemeinschaft hinausging. "Wir brauchen einander und wahrscheinlich ist es der Sinn dieser heillosen Epoche, daß sie uns zueinander rückt." (Fühmann)