Am 31. August 1982 ist in diesem Notizbuch erstmals eine Notiz mit dem Kürzel »(DW)« versehen, zuletzt notierte Handke im vorangehenden Notizbuch während seiner Sardinienreise, von der er am 8. August nach Salzburg zurückkehrte. Am 15. September 1982 fällt ein Bezug auf die spätere Kapitelüberschrift in Die Wiederholung auf: »Blinde Fenster und leere Viehsteige, immer wieder«; Auch Lektürenotizen bezieht Handke in seine Notizen für DW mit ein: »Immer wenn ich bei Jesaja "im Lande" lese ("Denn wo dein Recht im Lande geht, so lernen die Bewohner des Erdbodens Gerechtigkeit"), so sehe ich vor mir Jugoslawien (Slovenien) [DW!]« (19. September 1982). Und am selben Tag notiert er: »Ich habe wohl alles erlebt, was ein Mensch auf Erden (an Weltweite) erleben kann, und ich will das Wiederholen, besser: ich erwarte vertrauend die Wiederholung«. Danach wendet sich Handke von September bis Dezember 1982 fast ausschließlich seinem Projekt Der Chinese des Schmerzes zu. (ck)
Phantasien der Wiederholung; (ab 12.10.82.) Losers Geschichte (X) (Der Chinese des Schmerzes); Die Schwellen (Versuch über die Schwellen)
Salzburg
Salzburg (18.8.1982), Fuschler Ache (19.8.1982), Anif (24.8.1982), Liefering (25.8.1982), → Paris (27.8.1982); → Chartres (27.8.1982), Étampes → Ormoy-la-Rivière (Valée de la Juine) (28.8.1982), Boissy-la-Rivière (28.8.1982), → Chantilly (Musée Condé) (29.8.1982), St. Julien-le-Pauvre (Paris) (30.8.1982), St. Vincent de Paul (Paris) (31.8.1982), Gare du Nord (Abfahrt nach Laon) (31.8.1982), Villers-Cotterêts (31.8.1982), Laon (Kathedrale) (31.8.1982), Fontaine Sainte-Marie (Clamart oder Rouen?) (1.9.1982), Étretat (3.9.1982), Charles de Gaulle Airport (5.9.1982), Venedig (6.9.1982), San Giorgio (6.9.1982), Giudecca (7.9.1982), Biennale di V[enezia] (7.9.1982), → Treviso (7.9.1982), Venedig (10.9.1982), Padua (10.9.1982), Mestre (10.9.1982), Bahnhof Warmbad Villach (11.9.1982), »(back home)« (Kärnten? 12.9.1982); Tainach (13.9.1982), Tscherberg (13.9.1982), Rinkolach → Edling (13.9.1982), Humtschach (14.9.1982), Hemmaberg (14.9.1982), Stift Griffen (15.9.1982), Mölltal (15.9.1982), Schwarzach-St. Veit (15.9.1982), Spittal a.d. Drau (15.9.1982, notiert am 16.9.1982), »wieder in S.[alzburg]« (17.9.1982); → Anif (23.9.1982, notiert am 24.9.1982), → Gois (24.9.1982); Siezenheim (25.9.1982), Wals (25.9.1982), Viehausen (28.9.1982, notiert am 29.9.1982); Biel (5.10.1982, »als Heimbegleiter für E.H.«), Wien-Schwechat, Wien, Kärntner-Str. (5.10.1982); (Gemäldegalerie der Akademie der Bildenden Künste, 6.10.1982); Grinzing, Grinzinger Steig (6.10.1982); → Weidling (6.10.1982); Klosterneuburg (6.10.1982); Innenstadt, Akademiestraße (6.10.1982); Wien-Mauer, Rodaun (7.10.1982); Linz "Zur Lokomotive" (7.10.1982); Flughafen, Walserfeld (8.10.1982); → Walserfeld (9.10.1982); M[önchs]b[er]g., Nacht (9.10.1982); Loig (10.10.1982); Gois (11.10.1982); Maria Plain (13.10.1982); M[önchs]b[er]g. (14.10.1982); → Wals (16.10.1982); S[alzburg], Walserfeld, Aiglhof (16.10.1982); M[önchs]b[er]g. 17c (19.10.1982); Hallein (1.11.1982); Tamsweg (3.12.1982)
1 dunkelbraunes Notizbuch, gebunden, 160 Seiten, I-III, pag. 1-160, I*-III*
mit getrockneten Pflanzen
An Hinweisen zu Handkes Lektüre während des Eintragungszeitraums des Notizbuches können durch einzelne oder mehrmalige Lektürenotizen ermittelt werden:
Das Notizbuch enthält bis zur Seite 126 keine Illustrationen, erst auf S. 127 (21.11.1982) befindet sich eine kleine, aus wenigen Strichen erstellte Skizze zur Andeutung eines Berghangs neben der Notiz »Untersbergerfall: Klondikepass [...] dagegen die viel sanftere Steiglinie am linken Gaisberg [...]«; am 1.12.1982 ist eine in den Text gezeichnete Hand mit nach oben gestrecktem Daumen zu sehen: »Siegeszeichen mit dem bloßen Daumen«; am 3.12. die Skizze eines »Tautropfenrinnsal« in Form mehrerer kleiner Kreise in der Textzeile. Zum Umschlag des Buches vermerkt Handke: »Zeichnung wie David und Goliath, David mit Schleuder, Goliath fallend (A. soll zeichnen)«.