Akashe-Böhme, Farideh: Die islamische Frau ist anders : Vorurteile und Realitäten. - Gütersloh : Gütersloher Verl.-Haus, 1997. - (Gütersloher Taschenbücher ; 716)
Signatur: 1149854-B.Neu-Per.716
Exotische Märchenwelt oder Inbegriff der Frauenunterdrückung - zwischen diesen beiden Extremen bewegen sich die klischeebesetzten Vorstellungen vom Islam und seinem Frauenbild im Westen. Farideh Akashe-Böhme engagiert sich für ein differenziertes Islamverständnis und den Abbau von Feindbildern.
Als Zwangsarbeiterin 1941 in Berlin : die Aufzeichnungen der Volkswirtin Elisabeth Freund / hrsg. und komm. von Carola Sachse. - Berlin : Akademie-Verl., 1996. - (Selbstzeugnisse der Neuzeit ; 5)
Signatur: 1504353-C.Neu-Per.5
Die Aufzeichnungen von Elisabeth Freund (1898-1982) über ihre Zeit als Zwangsarbeiterin in einer Großwäscherei und in einem Metallbetrieb in Berlin von April bis Oktober 1941 sind eine einzigartige Quelle zur Sozial- und Frauengeschichte der nationalsozialistischen Judenverfolgung. Sie beschreiben beklemmende Situationen in der damaligen industriellen Arbeitswelt. In der Einleitung werden die persönlichen Lebensumstände, der weitere Lebensweg Elisabeth Freundlichs (Exil in Havanna und USA) und die Zeitverhältnisse von der Herausgeberin genau analysiert.
Denne, Ulrike: Die Frauenklöster im spätmittelalterlichen Freiburg im Breisgau : ihre Einbindung in den Orden und in die städtische Kommunität. - Freiburg [u.a.] : Alber, 1997. - (Forschungen zur oberrheinischen Landesgeschichte ; 39)
Signatur: 855241-B.Neu-Per.39
"Als ein Charakteristikum des kirchlichen Lebens der spätmittelalterlichen Stadt Freiburg im Breisgau kann ihr Reichtum an Frauenklöstern gelten (...). Vorliegende Arbeit hat sich zum Ziel gesetzt, Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei der Eingliederung der Freiburger Frauenklöster in ordensbedingte und städtisch-lokale Strukturen herauszuarbeiten. Anregungen und Fragestellungen verdankt sie zum einen der historischen Frauenforschung, zum anderen einschlägigen stadtgeschichtlichen Untersuchungen."
Frankenberger, Tamara: Wir waren wie Vieh : lebensgeschichtliche Erinnerungen ehemaliger sowjetischer Zwangsarbeiterinnen. - Münster : Westfälisches Dampfboot, 1997.
Signatur: 1511425-B.Neu-
Mit der Verbindung ‚Geschichte in der Lebensgeschichte' rückt die Autorin das Leben und die Erfahrungen ehemaliger sowjetischer Zwangsarbeiterinnen im nationalsozialistischen Deutschland in den Mittelpunkt. Anhand exemplarischer Erinnerungen von Frauen, die während des Zweiten Weltkriegs verschleppt wurden, entfaltet sie detailliert die Besonderheit ihrer Unterdrückung und Diskriminierung im NS-Alltag. Zugleich fragt sie danach, ob und wie diese Erfahrungen ihren weiteren Lebensweg in Westdeutschland mitbeeinflußten.
Gehmacher, Johanna: Völkische Frauenbewegung : deutschnationale und nationalsozialistische Geschlechterpolitik in Österreich. - Wien : Döcker, 1998.
Signatur: 1514168-B.Neu-
Eine wichtige wissenschaftliche Aufarbeitung eines bisher negierten (verschleierten?) Aspektes an österreichischer und deutscher Frauengeschichte. Der Begriff "völkisch" und Frauenbewegung irritiert und erscheint uns aufs erste unvereinbar- auch in Zusammenhang mit der Alten Frauenbewegung. Doch die Autorin stellt sich diesen heiklen Fragen wie: Welche Rolle spielten Frauen in den deutschnationalen und nationalsozialistischen Parteien? Trugen sie zum Erfolg dieser Parteien bei? Wie sehr engagierten sie sich für die politischen Ziele dieser Parteien? Wie wichtig waren sie für die Verbindung des völkischdeutschnationalen Milieus der Zwischenkriegszeit mit der sich formierenden nationalsozialistischen Bewegung?
Gravenhorst, Lerke: Moral und Geschlecht : die Aneignung der NS-Erbschaft ; ein soziologischer Beitrag zu Selbstverständigungen vor allem in Deutschland. - Freiburg i.Br. : Kore, 1997.
Signatur: 1512478-B.Neu-
In dieser "Tranformation" einer ursprünglich an der Universität Bremen 1993 angenommenen Habilitationsschrift begibt sich die Autorin auf die Spurensuche von Söhnen und Töchtern von (schuldig gewordenen) NS-Beteiligten. Dabei ist ihr eine politische wie moralische Tat gelungen: daß über das Trauma der Nachgeborenen, die Erfahrbarkeit von Geschichte und das komplexe Zusammenspiel von Moral, Geschlechtern und Generationen, gesprochen wurde. Die spezifische Aneignung des negativen Eigentums am Nationalsozialismus und die verfehlte Verständigung zwischen den betroffenen Generationen und Geschlechtern führen direkt in das Zentrum der gesellschaftlichen und politischen Handlungsfähigkeit der zweiten Generation in der Kette der Verantwortung - die 68er und die Neue Frauenbewegung.
Gugel, Liane: Frauenbünde der Indianer Nordamerikas. - Wyk auf Föhr : Verlag für Amerikanistik, 1997.
Signatur: 1514365-B.Neu-
Bei vielen nordamerikanischen Völkern gab es Bünde - auch Geheimbünde -, die für Männer und Frauen offen waren, z.B. Medizin- und Krankenheilungsbünde, oder die ausschließlich von Frauen gebildet wurden, etwa Frauengilden von Handwerkerinnen. Ihre unzureichende Beachtung ist, wie die Autorin feststellt, "eng mit unseren westlichen Vorstellungen über das Bild der indianischen Frau verbunden." In dieser Studie wird die verzerrte, unzureichende Darstellung der Lebensformen indianischer Frauen korrigiert, wobei die meisten Kulturräume, vom Waldland über die Prärien und Plains bis zum Südwesten berücksichtigt werden.
Haarmann, Harald: Die Madonna und ihre griechischen Töchter : Rekonstruktion einer kulturhistorischen Genealogie. - Hildesheim [u.a.] : Olms, 1996.
Signatur: 1508499-C.Neu-
Der Versuch, ein kulturstratigraphisches Mosaik der weiblichen Gottheiten, ihrer Kulte und religiösen Funktionen, ihrer Symbolik und der um sie rankenden Mythen zu erstellen. Die chronologische Spannweite reicht von Alteuropa über die Kykladen, das minoische Kreta, Altzypern und das westliche Anatolien bis in den griechischen Kulturkreis des Festlandes. Die kulturhistorische Genealogie der Göttinnen verdeutlicht, daß die griechische Zivilisation eine vielschichtige und keineswegs monolithische Struktur besitzt, und daß ihre Entwicklung wesentlich durch Impulse aus nichtgriechischen Quellen bestimmt worden ist.
Kapeller, Tamara: Die Frau im Österreich des 20. Jahrhunderts mit besonderer Berücksichtigung der Jahre 1970-1995 : Fachbereichsarbeit aus Geschichte und Sozialkunde 1995/96 am Bundesgymnasium Horn. - Horn, 1997.
Signatur: 1509910-C.Neu-
Ein Novum im österreichischen Gymnasial-Lehrplan sind die Fachbereichsarbeiten zur Matura. Zunehmend finden dabei auch frauenspezifische Themen Beachtung. Diese Arbeit setzt sich mit der österreichischen Frauen- und Emanzipationsgeschichte auseinander. Besonders berücksichtigt wurden die Strömungen der Neuen Frauenbewegung und die aktuelle Frauenpolitik.
Lustgarten und Dämonenpein : Konzepte von Weiblichkeit in Mittelalter und Früher Neuzeit / hrsg. von Annette Kuhn und Bea Lundt unter Mitarb. Von Evelyn Korsch. - Dortmund : Ed. Ebersbach, 1997.
Signatur: 1500395-B.Neu-
Mit dem Titel ‚Lustgarten und Dämonenpein' werden zwei zentrale Begriffe aus den Beiträgen herausgestellt. Sie bezeichnen zwei polare unter den vielfältigen vorgestellten "Orten" für Frauen - reale und symbolische Plätze in der mittelalterlichen Männergesellschaft. In allen Beiträgen (u.a. von Gabriela Signori, Roswitha Rogge, Christine Ruhrberg, Bea Lundt, Silke Tammen) werden neue Quellen erschlossen und ein neues aktuelles orientierendes Gesamtbild zur Thematik geboten.
Mavor, Carol: Pleasures taken : performances of sexuality and loss in Victorian photographs. - London : Tauris, 1996.
Signatur: 1508421-B.Por
Carol Mavor unternimmt die Erforschung der Themen Verlust und Sexualität auf Grundlage folgender wenig bekannter und oft mißinterpretierter Photographien aus dem Viktorianischen Zeitalter: Lewis Carrolls Fotos junger Mädchen, Julia Margaret Camerons Fotos von Madonnen und die Selbstbildnisse von Hannah Cullwick. Sexualität wird deutlich auch dort gezeigt, wo sie bis dahin unsichtbar war: beim Vergnügen, das sowohl BetrachterIn, Photographin und oft auch das Modell selbst beim Akt der sexuellen Imagination empfinden.
Mittag, Gabriele: "Es gibt Verdammte nur in Gurs" : Literatur, Kultur und Alltag in einem französischen Internierungslager, 1940 - 1942. - Tübingen : Attempto-Verl., 1996. - Zugl. Berlin, Diss., 1994.
Signatur: 1512863-B.Neu-
In den mehr als 400 Internierungslagern Frankreichs während der deutschen Besatzungszeit, die zum größten Teil vom Vichy-Regime verwaltet und ab 1942 auch zu Deportationslagern wurden, erlosch für Tausende Flüchtlinge vor dem Nationalsozialismus die Hoffnung auf ein freies Leben oder die Emigration. In Gurs, dem größten Lager waren bis zu 60000 Menschen interniert. Und doch gab es dort ein literarisches und kulturelles Lagerleben. Anhand von Briefen, Tagebüchern, Gedichten, Kabarettchansons, Theaterprogrammen und ZeitzeugInnen-Berichten wird hier diese Epoche europäischer Kulturgeschichte aufgearbeitet und findet eine späte Würdigung. Es ist eine beeindruckende Dokumentation des ÜberlebensBittermann-Willens von Verfolgten (großteils auch Frauen) des Nazi-Regimes.
Nelson, Sarah Milledge: Gender in archaeology : analyzing power and prestige. - Walnut Creek [u.a.] : Altamira, 1997.
Signatur: 1513366-B.Neu
Der Versuch einer feministischen theoretischen Synthese die Flut von archäologischer Forschung unter dem Gender-Aspekt zu bündeln. Die Rolle von Frauen und Männern wird auf im Zusammenhang mit dem Menschheitsursprung, der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung, der Verwandtschaftsverhältnisse und anderer sozialer Formationen, der Entwicklung des Staates und der Ideologie untersucht. Beispiele von geschlechtsspezifischen archäologischen Studien aus aller Welt werden herangezogen, um die traditionellen Mythen der Frau (als Sammlerin, Göttin, Amazone etc.) zu hinterfragen und sie durch die differenziertere und mehr genderbezogene Interpretation der jüngsten Forschung zu ersetzen.
Pine, Lisa: Nazi family policy, 1933-1945. - Oxford [u.a.] : Berg, 1997.
Signatur: 1515262-B.Neu
Eine Untersuchung über die verschiedenen Aspekte (Heirat, Scheidung, Empfängnisverhütung, Schwangerschaftsabbruch, Wohlfahrtsprogramme etc.) der nationalsozialistischen Familienideologie und ihrer Auswirkungen auf die Bevölkerungspolitik. Diskutiert wird auch die Verbreitung der faschistischen Familienideale durch Erziehung und Sozialisation. Familien aus konträren Bereichen (kinderreiche "Modell"-Familien und unerwünschte Familien - besonders sog. "asoziale" und jüdische Familien) werden besonders eingehend beleuchtet. Schließlich wird auch den Fortwirkungen nationalsozialistischer Familienideologie im Deutschland nach 1945 nachgegangen.
Quack, Sibylle: Zuflucht Amerika : zur Sozialgeschichte der Emigration deutsch-jüdischer Frauen in die USA 1933 - 1945. - Bonn : Dietz, 1995. - (Politik- und Gesellschaftsgeschichte ; 40)
Signatur: 1159526-B.Neu-Per.40
Das Buch dokumentiert die Auswirkungen von Verfolgung, Vertreibung, Flucht und Einwanderung auf das Leben deutsch-jüdischer Frauen, die zwischen 1933 und 1945 in die Vereinigten Staaten von Amerika emigrierten. Zum ersten Male werden hier sowohl Rahmenbedingungen als auch konkrete Lebensumstände der deutsch-jüdischen Emigration in die USA in ihrer geschlechterspezifischen Ausformung analysiert.
Reters, Torsten: Liebe, Ehe und Partnerwahl zur Zeit des Nationalsozialismus : eine soziologische Semantikanalyse. - Dortmund : Projekt-Verl., 1997.
Signatur: 1510411-B.Neu
Aus dem Blickwinkel eines systemtheoretisch ausgerichteten Instrumentariums analysiert Reters die vielschichtigen Liebesorientierungen in Deutschland während der Jahre der Naziherrschaft kultursoziologisch. Mit Hilfe einer neuartigen Montagetechnik wird die Mentalität der Deutschen jener Jahre in einer Reise durch Zeit und Raum entschlüsselt. Ausgewählte Filme, Schlager, Opern und Romane, die zwischen 1933 und 1945 entstanden, werden ausführlich vorgestellt und als pars pro toto auf die mittransportierten Liebesbedeutungen hin observiert. Dabei lassen sich redundante Sinnstrukturen finden, die ein Orientierungsmodell der Liebe zur Zeit des Nationalsozialismus entstehen lassen.
Rothe, Andrea: Männer - Prostitution - Tourismus : wenn Herren reisen ... - Münster : Westfälisches Dampfboot, 1997.
Signatur: 1512463-B.Neu
Andrea Rothe sucht in diesem Buch das Gespräch mit den Prostitutionstouristen, sie beschreibt ihre Erwartungen und Hoffnungen sowie die tatsächlichen Erfahrungen und legt somit erstmalig empirisches Material zu einer der umstrittensten Varianten männlichen Verhaltens vor. Darüberhinaus geht sie der Frage nach, inwiefern sich Prostitutionstouristen in bezug auf ihre Männer- und Frauenbilder sowie in bezug auf ihre Einstellung zur Prostitution und zur Sexualität von den anderen Männern ihrer Heimatländer unterscheiden.
Schmidlechner, Karin M.: Frauenleben in Männerwelten : Kriegsende und Nachkriegszeit in der Steiermark. - Wien : Döcker, 1997. - (Studien zur Gesellschafts- und Kulturgeschichte ; 10)
Signatur: 1433046-B.Neu-Per
Die Nachkriegszeit ist für das österreichische Selbstverständnis die Ära des Aufbruchs und der Modernisierung der Gesellschaft. Für das sogenannte Wirtschaftswunder war zum großen Teil die Arbeitsleistung der Frauen verantwortlich. Sie hielten die Familien zusammen, organisierten lebensnotwendige Güter, als die Männer noch keine Arbeit hatten, und auch der Aufbau der zerstörten Dörfer und Städte wäre ohne Frauen undenkbar. Die Autorin - deren überarbeitete Habilitationsschrift hier vorliegt - beobachtet, daß für die Frauen nicht so sehr die offizielle Politik der Nachkriegszeit prägend war, sondern die Hoffnungen, Pläne und versagten Wünsche ihres persönlichen Lebens.
Sedlacek, Ingrid: Die Neuf Preuses : Heldinnen des Spätmittelalters. - Marburg : Jonas Verl., 1997. - (Studien zur Kunst- und Kulturgeschichte ; 14)
Signatur: 1244114-C.Neu-Per.14
Die Studie beschäftigt sich mit einer innerhalb der Kunstgeschichte einzigartigen Reihe von heldenhaften Frauen, die im Frankreich des 14. Jh. Zusammengestellt wurde: neun Kriegerinnen und Herrscherinnen, die im Mittelalter aus der antiken Mythologie und Geschichte bekannt waren und die aufgrund kriegerischer Tapferkeit irdischen Ruhm beanspruchen. Bildliche Darstellungen zeigen die neun Heldinnen als triumphierende Siegerinnen, schriftliche Überlieferungen loben ihre martialischen Erfolge. Wie ist es zu erklären, daß kriegerische Heldinnen, die in eklatantem Widerspruch zur klassischen Frauenrolle stehen, im 14. Jh. zu weiblichen Vorbildern erklärt werden konnten? Wie kam es, daß das in Frankreich und England erfolgreiche Motiv der Neuf Preuses in Deutschland niemals thematisiert wurde?
Strobl, Ingrid: Die Angst kam erst danach : jüdische Frauen im Widerstand in Europa, 1939 - 1945. - Frankfurt am Main : Fischer-Taschenbuch-Verl., 1998. - (Fischer-Taschenbücher ; 13677 : Die Frau in der Gesellschaft)
Signatur: 814169-B.Neu.13677
In einer vergleichenden Studie untersucht die Autorin erstmals die Beteiligung jüdischer Frauen an den verschiedenen Formen des Widerstands in den besetzten Ländern von Frankreich bis Polen: Von der Rettung jüdischer Kinder bis zur "Liquidierung" von Gestapospitzeln, von der Herstellung falscher Papiere bis zum Transport von Waffen und Informationen. Anhand von Archivmaterial, privaten Dokumenten, Briefen, Tagebüchern und mittels sechzig ausführlicher Interviews, die sie mit ehemaligen jüdischen Widerstandskämpferinnen aus ganz Europa geführt hat, erhellt sie ein bislang verborgenes Kapitel der Geschichte des Zweiten Weltkrieges und der Shoa.
Text und Geschlecht : Mann und Frau in Eheschriften der Frühen Neuzeit / hrsg. von Rüdiger Schnell. - Frankfurt am Main : Suhrkamp, 1997. - (Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft ; 1322)
Signatur: 1086537-A.Neu-Per.A.1322
Daß die Ehe in der frühen Neuzeit ein zentrales Projektionsfeld für Geschlechterprojektionen darstellt, ist unbestritten. Während neueste Untersuchungen im 15./16. Jahrhundert einen Wandel der Geschlechterbeziehungen erkannten und ihn durch sozial- und mentalitätsgeschichtliche Veränderungen zu erklären suchten, halten die AutorInnen der in diesem Band enthaltenen Texte in erster Linie nicht nach historischen Veränderungen und epochengeschichtlichen Zäsuren Ausschau, sondern erproben die Tragfähigkeit einer textwissenschaftlichen Analyse der Kategorie Geschlecht.
Zivilisierung des weiblichen Ich / hrsg. von Gabriele Klein und Katharina Liebsch. - Frankfurt am Main : Suhrkamp, 1997. - (Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft ; 1305)
Signatur: 1086537-A.Neu-Per.A.1305
Dieser interdisziplinär angelegte Band beleuchtet unter der Frage nach der Zivilisierung des weiblichen Ich die Rolle von Frauen auf den verschiedenen Stufen des Zivilisationsprozesses. Geschlechterspezifische Zivilisierungen werden in Auseinandersetzung mit den Thesen von Norbert Elias zur historischen Genese des Verhältnisses von Fremd- und Selbstzwängen beschrieben und analysiert. Dabei kristallisieren sich verschiedene Sichtweisen auf den historischen Prozeß der Bildung eines weiblichen Ich und auf die sozialhistorische Genese einer geschlechtsspezifischen Zuordnung von Lebensbereichen heraus.
Zwischen Karriere und Verfolgung : Handlungsräume von Frauen im nationalsozialistischen Deutschland. - Frankfurt [u.a.] : Campus, 1997. - (Geschichte und Geschlechter ; 20)
Signatur: 1392373-B.Neu-Per.20
Die zwölf Fallstudien (u.a. von Angelika Schaser, Gabriele Czarnowski, Sibylle Quack, Annegret Friedrich, Beate Meyer, Dagmar Reese, Gisela Bock) versuchen hier eine differenzierte Aufarbeitung jenseits der gängigen Opfer/Täterin-Zuordnung zu finden. Sie untersuchen die jeweiligen Handlungsmöglichkeiten und tatsächlichen Verhaltensweisen von Frauen unter den Bedingungen der Diktatur. Unterschiedlichste Handlungsräume werden in den Blickpunkt gerückt: die Redaktion einer Frauenzeitschrift, das Schreibbüro einer Gauleitung, der BDM, die SS, die Ehe, Nachbarschaft, die jüdische Familie, das Ghetto und auch das Konzentrationslager.