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ARIADNE-Newsletter 32

Biographisches & Erlebnisberichte

Bieler, Andrea: Konstruktionen des Weiblichen : die Theologin Anna Paulsen im Spannungsfeld bürgerlicher Frauenbewegungen der Weimarer Republik und nationalsozialistischer Weiblichkeitsmythen. - Gütersloh : Kaiser, 1994.
Signatur: 1514908-B.Neu
An Leben und Werk der Theologin Anna Paulsen (1893-1981) untersucht die Autorin exemplarisch, wie Christinnen unter den Bedingungen der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus in Theologie und Kirche selbst ihre weibliche Identität sahen und beschrieben. Mit Hilfe der feministischen Diskussion spürt sie Weiblichkeitskonstruktionen in den Texten der zwanziger und dreißiger Jahre auf und hinterfragt ihre Bedeutung für die theologische Reflexion sowie für die kirchliche und politische Praxis.

Feldmann, Christian: Die Liebe bleibt : das Leben der Mutter Teresa. - Freiburg i. Br. : Herder, 1997.
Signatur: 1516803-B.Neu
Mutter Teresa von Kalkutta, schon zu Lebzeiten als "Engel der Armen" angesehen, erlag am 5. September 1997 im Alter von 87 Jahren einem Herzanfall. Diese Biographie zeichnet das Portrait der großen Frau und engagierten Christin, die trotz höchster Ehrungen immer bei denen geblieben ist, die ihr anvertraut waren und denen sie im Leben und im Sterben gedient hat. Die Persönlichkeit, die Anliegen, die Kraftquellen, das Engagement und das Vermächtnis Mutter Teresas werden nachgezeichnet. Ihr Werk findet bleibende Ausstrahlung durch die von ihr gegründete Schwesterngemeinschaft "Missionarinnen der Nächstenliebe", die heute weltweit tätig ist.

Fischer, Lisa: Kaiserin Elisabeth und ihre Zeit : Schattenwürfe in die Zukunft. - Wien : Böhlau, 1998.
Signatur: 1519292-B.Neu
Dieses Buch im 100. Todesjahr der Kaiserin setzt neue Akzente, bietet methodisch und inhaltlich neue Ansätze. Anschaulich wird Elisabeths Leben in die Strömungen ihrer Zeit und zu zahlreichen anderen Frauen in Relation gesetzt. Die französische Kaiserin Eugénie, die rumänische Dichterkollegin Carmen Sylva oder die skandalumwitterte Bestsellerautorin George Sand zeigen den europäischen Charakter der Problemstellung weiblicher Freiheitssuche und Aufbruchstimmung. Kulturhistorische Ausflüge über Elisabeths Tatoo, ihren Baumkult oder Spiritismus, führen zu anderen Interpretationen und gedanklichen Anregungen. Die Zeitaktualität dieser Elisabeth-Biographie wird durch die Parallelen zur Jahrtausendwende hergestellt. Elisabeths oft einsamer Kampf um weibliche Souveränität, ihr Scheitern, aber auch ihre Unbeugsamkeit sind allgemeine Alltagserfahrung von Frauen. In der prägnanten Analyse vom Mythos Diana am Ende wird die stringente Argumentation der Interpretationen nochmals unter Beweis gestellt.

Himmelsbach, Christiane: "Verlaß ist nur auf unsere eigne Kraft!" : Lida Gustava Heymann - eine Kämpferin für die Frauenrechte. - Oldenburg : bis, 1996.
Signatur: 1515162-B.Neu
Lida Gustava Heymann (1868-1943) war eine der bedeutendsten Frauenrechtlerinnen und Pazifistinnen in Deutschland. Als Mitbegründerin der abolitionistischen Bewegung in Deutschland bekämpfte sie die staatliche Reglementierung der Prostitution, insbesondere das Hamburger Bordellsystem, die sexuelle Ausbeutung von Frauen und die gesellschaftliche Doppelmoral. Trotz staatlicher Repressionen und öffentlicher Anfeindungen hielt sie stets an diesem Ziel fest. Zusammen mit ihrer Lebens- und Kampfgefährtin Anita Augspurg gründete sie den ersten deutschen Frauenstimmrechtsverein. Damit gehört sie zu den Initiatorinnen der organisierten Frauenstimmrechtsbewegung im Wilhelminischen Kaiserreich.

Madame Curie und ihre Schwestern : Frauen, die den Nobelpreis bekamen / Charlotte Kerner (Hrsg.). - Weinheim [u.a.] : Beltz, 1997.
Signatur: 1511258-B.Neu-Kat
Seit Alfred Nobel 1885 mit seinem Testament den Nobelpreis ins Leben rief, haben sich Frauen das Recht auf Bildung und Ausbildung erkämpft. Die "Nobel-Frauen" sind eine Minderheit geblieben, und das ist kein Zufall. Frau-Sein indes ist heute keine Behinderung mehr wie noch zu Beginn dieses Jahrhunderts, doch Mutter-Sein ist eine große Verhinderung geblieben. Auch davon erzählen die in dieser Anthologie nachgezeichneten Lebenswege.

Mahler-Werfel, Alma: Tagebuch-Suiten 1898-1902 / hrsg. von Antony Beaumont und Susanne Rode-Breymann. - Frankfurt am Main : Fischer, 1997.
Signatur: 1507855-B.Neu
Das Bild, das die junge Alma in diesen Notaten von sich selbst gibt, zeigt sie bei aller eingestandenen "Leichtsinnigkeit" als eine selbstbewußte junge Frau, die sich in bezug auf Kunst und Künstler durchaus ihres sicheren Instinktes bewußt ist. Ihre Lust an der Selbstdarstellung dokumentiert sich auch in den in die Niederschrift gezeichneten Skizzen.

Maletzke, Elsemarie: Jane Austen : eine Bibliographie. - Frankfurt am Main : Schöffling, 1997.
Signatur: 1512228-B.Neu
Elsemarie Maletzke, die sich schon mehrmals als Biographin bewährt hat, berichtet in dieser Austen-Lebensbeschreibung nicht nur Literaturgeschichte, sondern sie stellt sich als bemerkenswerte Geschichtenerzählerin heraus, deren ganz und gar unfeierlicher, humorvoller Ton zum britischen Sujet paßt.

"Die Musik will gar nicht rutschen ohne Dich" : Briefwechsel 1821 bis 1846 / Fanny und Felix Mendelssohn. Hrsg. von Eva Weissweiler. - Berlin : Propyläen, 1997.
Signatur: 1509333-B.Mus
Der faszinierende Briefwechsel der Geschwister Fanny und Felix Mendelssohn, die das musikalische Leben der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts weit über Berlin hinaus geprägt haben. Kluge Porträts von Zeitgenossen wie Heinrich Heine oder Robert Schumann und hellsichtige Kommentare zur preußischen Politik jener Jahre machen diese Briefedition nicht nur für MusikkennerInnen lesenswert.

Reimann, Brigitte: Ich bedaure nichts : Tagebücher 1955-1963. - Berlin : Aufbau-Verlag, 1997.
Signatur: 1516892-B.Neu
Die DDR-Schriftstellerin Brigitte Reimann, die 40-jährig an Krebs starb, führte Zeit ihres Lebens Tagebücher. Die frühen Aufzeichnungen hat sie selbst vernichtet. Dieser erste Band der Edition ihrer Tagebücher setzt ein, als sie sich von ihrem ersten Ehemann zu trennen beginnt, den Schriftsteller Siegfried Pitschmann kennenlernt und mit ihm in eines der neuen Industriezentren, nach Hoyerswerda, zieht. Dort schreibt sie zwei ihrer wichtigsten Bücher, und die Lebensbedingungen in Hoyerswerda drängen ihr den Stoff für "Franziska Linkerhand" auf. Wegen ihres leidenschaftlichen Engagements wird sie in Kommissionen des Politbüros berufen, aber bald wird ihr klar, daß die falschen Leute sie für ihre Ziele vereinnahmen wollen. Und so sind die Tagebücher nicht nur Dokument der Emanzipation einer Frau von herrschenden Moralvorstellungen und einer Schriftstellerin von dogmatischen Erwartungen, sondern auch einer politischen Desillusionierung.

Rossum, Walter van: Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre : die Kunst der Nähe. - Berlin : Rowohlt, 1998. - (Paare)
Signatur: 1513967-B.Neu
Im November 1929 lernten sie einander kennen: zwei grotestk verschiedene Körper, zwei gespannt unterschiedliche Temperamente, zwei extrem leistungsfähige Intelligenzen. Mit ihren berühmten Büchern und Reden haben sie formiert und begleitet, durchgefochten und repräsentiert, was uns als Existentialismus und früher Feminismus, als beispielhafte Selbst-Erfindung und politisches Engagement in der Erinnerung haftet. Und über allem waren sie auch bis zu Sartres Tod 1980 ein Paar, ein Hohes Paar geradezu unter den Intellektuellen.

Wer war Rosa Jochmann? / hrsg. von Franz Richard Reiter. - Wien : Ephelant, 1997. - (Dokumente - Berichte - Analysen ; 9)
Signatur: 1268067-B.Neu-Per.9
Rund vierzig Autoren legen Zeugnis ab, berichten und analysieren die Persönlichkeit und das Leben der Rosa Jochmann - einer der großen Frauen der österreichischen Sozialdemokratie (1901-1994), die u.a. von 1959 bis 1967 stellvertretende Parteivorsitzende war.

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